2012-07-12

Dshamila und Abschied von Gülsary

Tschingis Aitmatow wurde am 16.12.1928 geboren und starb am 10.06.2008 in Nürnberg. Nach verschiedenen Tätigkeiten begann er 1946 ein Studium als Veterinärmediziner. Ab 1951 begann er kirgisische Prosa ins Russische zu übersetzen. Nach einem erneuten Studium am Maxim-Gorki-Literaturinstitut arbeitete er viele Jahre in staatlichen Einrichtungen. 1990-2008 war er Botschafter in Frankreich und den Benelux-Staaten. Er erhielt zahlreiche Staatspreise und literarische Auszeichnungen.

Dshamila


Es ist Aitmatows erstes und bekanntestes Werk. Louis Aragon übersetzte die Novelle ins Französische und schrieb im Vorwort: "Ich schwöre es, die schönste Liebesgeschichte der Welt"

Die Novelle ist von ungewöhnlicher Schönheit und kraftvoll erzählt. Der deutsche Leser muss sich allerdings auf eine für ihm, fremde Welt einlassen.

Die Novelle wird aus der Sicht des 15jährigen Said erzählt der als Erwachsener an die Liebesgeschichte seiner Schwägerin Dshamila und des Soldaten Danijar denkt. Die Geschichte spielt während des II.WK als Kinder, Frauen und Halbwüchsige die Arbeit der Männer machen mussten, da diese sich an der Front befanden. Auch Dshamilas Mann, Sartyk ist an der Front und schickt regelmäßig Briefe.
Danijar ist ein stiller und in sich gekehrter Mann der im Krieg viel Schreckliches gesehen hat worüber er aber nicht spricht. Es ergibt sich das Danijar, Dshamila und Said zusammen arbeiten müssen. Die Arbeit der Drei ist sehr schwer, denn sie müssen Kornsäcke auf Wagen laden und diese zum 20km entfernten Bahnhof bringen um die Säcke dort wieder zu entladen. Diese Arbeit müssen sie täglich verrichten.
Obwohl Dshamila Danijar erst verspottet und neckt entwickelt sich mit der Zeit ein Verhältnis zwischen den beiden das vorerst nur in gemeinsamen Interesse für Gesang besteht. Dshamila verliebt sich in Danijar und ihre Liebe wird von ihm erwidert.
Eines Tages erhält Dshamila einen Brief von ihrem Mann in dem er ankündigt der er auf Besuch kommt. Danijar ist sehr enttäuscht, denn er denkt das seine Liebe zu Dshamila damit beendet ist.
Als Said spazieren geht sieht er in der Ferne 2 Gestalten. Es sind Dshamila und Danijar die das Dorf für immer verlassen.

Schlußwort


Dshamila bricht mit der Tradition und verlässt, obwohl verheiratet ihr Dorf und ihren Mann. Die Novelle ist voller Poesie und gehört zu den schönste Liebesgeschichten die ich kenne. Beschreibungen der Landschaft, der alten Sitten, der Menschen des Dorfes sind feinfühlig und mit großer Detailgenauigkeit geschildert.
Über der ganzen Novelle schwebt eine gewisse Wehmut wie bei fast allen Werken von Aitmatow.


Kurzvorstellung "Abschied von Gülsary"


Tanabai, ein alter Mann ist mit seinem Pferd Gülsary unterwegs und es ist ihr letzer Weg. Noch einmal gleiten an Tanabai die Stationen seines Lebens vorbei. Die Zeit des Krieges und des Aufbaus.
Eine herzergreifende Geschichte in der Aitmatow ,wie in fast allen seinen Werken, poesievoll und mit viel Einfühlungsvermögen erzählt.

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