2012-07-21

Buchempfehlung: J.Hasek-Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk

Hasek veröffentlichte seine ersten literarischen Werke mit 17 Jahren. Er schrieb viele humorvolle Artikel die er in zahlreichen Zeitschriften veröffentlichte ehe er Redakteur der Zeitschrift "Welt der Tiere" wurde. Dieser Zeitschrift verhalf  Hasek zu kurzem Ruhm indem er Tiere erfand und in dem Blatt beschrieb.
Später betrieb Hasek einen regen Handel mit Hunden deren Stammbäume er fälschte. Hasek nahm am 1.WK teil und kam in russische Gefangenschaft, dort wechselte zur roten Armee wo er als Politarbeiter eingesetzt wurde. Ab 1920 war er wieder in Prag und begann mit der Niederschrift seines Hauptwerkes das er nicht mehr vollenden konnte. Im Krieg hatte Hasek sich Tuberkolose zugezogen und jahrelanger Alkoholmissbrauch zerrte an seinen Kräften so das er bereits im Alter von 39 Jahren starb.

Inhalt


Auf humorvolle Weise werden Schwejks Abenteuer während des
1.WK geschildert. Sein Eintritt in die Armee und seine Zeit als Bursche beim Feldkuraten Katz, der ihn beim Glücksspiel an Oberleutnant Lukasch verliert. Bei der Fahrt zur Front geht Schwejk "verloren" und der Roman erzählt die Begebenheiten, die er erlebt als er zu Fuß zurück zu seinem Regiment will. Bis Schwejk wieder bei seinem Oberleutnant ist muss er allerlei Irrungen und Wirrungen durchmachen. Hier wird er zur Ordonanz seiner Kompanie ernannt, was Rechnungsfeldwebel Wanek mit den Worten "Gott steh uns bei" kommentiert. Ihr Zug fährt durch Ungarn und die Abenteuer um Schwejk und Lukasch nehmen kein Ende. Aber dennoch erreichen sie die ungarische Hauptstadt Budapest. Später wird Schwejk mit einigen seiner Kameraden zum Quartier machen ausgeschickt. Schwejk, der durch Zufall eine russische Uniform trägt gerät bei seinen eigenen Leuten in Gefangenschaft. Es dauert lange Zeit ehe festgestellt wird das Schwejk Tscheche ist. Eigentlich sollte er hingerichtet werden aber wie immer steht ihm das Glück zur Seite und man schickt Schwejk zurück zu seinen Regiment. Mit seiner Ankunft endet das Manuskript von Hasek der am 03.01.1923 stirbt.

Schlußwort


Das Buch ist köstlich und voller Humor. Hasek hat kein weiteres bemerkenswertes Werk hinterlassen aber bei der Niederschrift des "Schwejks" muss ihn die Muse geküsst haben. Ein schriftstellerischer Einfall reiht sich an dem Anderen und es entstand ein großer Roman, der trotz mehrmaligen lesens, immer noch Überraschungen parat hält. Hasek hat viele seiner eigenen Erlebnisse in das Buch einfließen lassen so das es manchmal autobiografische Züge trägt.. Der Humor ist sehr hintergründig und der "Trottel" Schwejk nimmt die untergehende K und K-Monarchie auf die Schippe. Wer das Buch nicht kennt sollte es unbedingt lesen. Es gehört zur Weltliteratur und sollte in jeden Bücherschrank einen Platz finden.





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1 Kommentar:

  1. Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk las ich erst hier in Deutschland - ich bin ja von der Lubjanka direkt zu meinem westdeutschen Vater verfrachtet worden. Als Gegenleistung musste mein Vater geheime Pläne einer unbemannten Drohne an die Russen liefern. Jetzt ist er tot, da kann ich solche Geheimnisse ausplaudern. Die Rolle Schweijks als Ordonnanz hatte es mir besonders angetan. Grund: Als ich offiziell 13 war, wurde ich wie viele andere mongolischen Jugendliche von der sowjetischen Roten Armee kassiert und dort wurde versucht, in mir die Liebe zum Kommunismus zu wecken. Und einmal sollte ich als Ordonnanz im Offizierskasino eingesetzt werden. Ich stellte mich derart dämlich an, dass die Offiziere sich dann selbst bedienten - mit Ausnahme eines alten Frontschweins, das mich fast totgeprügelt hätte, mich dann als persönliche Ordonnanz anforderte. Alles in allem, das militärische Leben ist mir nicht fremd. So etwas ist nur mit (Galgen-)Humor zu ertragen ;-)

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