2012-09-06

Hoffmann von Fallersleben- Biografie und einige Gedichte

Hoffmann von Fallersleben (August Heinrich Hoffmann) wurde am 02.04.1798 in Fallersleben (Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg) geboren und starb am 19.01.1874 in Corvey.

Nach dem Besuch der Fallerslebener Bürgerschule und der höheren Bürgerschule in Helmstedt, sowie des Martino- Katharineum in Braunschweig erschienen 1815 erste Gedichte von Fallersleben. Auf Anraten von Jacob Grimm studierte er deutsche Sprache und Literatur. Ab 1818 ist er an der Universität Bonn wo Jakob Grimm und E.M.Arndt seine Lehrer sind.
Im Jahr 1821 erschien eine Gedichtsammlung von Fallersleben. (Lieder und Romanzen) Ab 1821 war er in Berlin und lernte bekannte Schriftsteller seiner Zeit kennen. (Uhland, Chamisso) In Breslau wurde der Dichter Professor für deutsche Sprache und Literatur.
Seine 1840/41 erschienene Gedichtsammlung "Die unpolitischen Lieder" wurden ein großer Erfolg. Auf Helgoland, damals eine englische Insel entstand am 26.08. 1841 das Lied der Deutschen.



Fallersleben war ein glühender Verfechter eines einheitlichen deutschen Staates. 1842 wurde er deswegen seiner Professur enthoben. Im Jahr 1843 verlor er die preußische Staatsbürgerschaft und wurde des Landes verwiesen. Im Exil irrte er durch die deutschen Länder und wurde ständig polizeilich bespitzelt. Nach der 48er Revolution, an der er nicht teilgenommen hatte wurde Fallersleben durch ein Amnestiegesetz rehabilitiert.

Der 51jährige Dichter heiratete 1849 seine 18jährige Nichte Ida vom Berge mit der er einen Sohn hatte. Durch Vermittlung von Franz Liszt erhielt Fallersleben eine Anstellung in Corvey. 1860 zog er mit seiner Familie dorthin und wurde Bibliothekar bei Herzog Victor I Herzog von Ratibor. 1860 starb seine Frau Ida in jungen Jahren und Fallersleben folgte ihr am 19.1.1874.

Seinen großen Wunsch, die Einheit Deutschlands erlebte Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1871. Der Dichter setzte sich zeitlebens für die bürgerliche Freiheit ein und wandte sich gegen Fürstenwillkür, Pressezensur und Kleinstaaterei.
Hoffmann von Fallersleben ist neben seiner politischen Lyrik vor allem als Dichter zahlreicher Kinderlieder bekannt. Zum Beispiel:

Ein Männlein steht im Walde
Alle Vöglein sind schon da
Winter ade, scheiden tut weh
Der Kuckuck und der Esel
Morgen kommt der Weihnachtsmann u.v.a. mehr.





Das Lied der Deutschen 


Deutschland, Deutschland über alles, 
Über alles in der Welt, 
wenn es nur zum Schutz und Trutze 
brüderlich zusammenhält. 
Von der Maas bis an die Memel, 
von der Etsch bis an den Belt. 
Deutschland, Deutschland über alles, 
über alles in der Welt. 

Deutsche Frauen, deutsche Treue, 
deutscher Wein und deutscher Sang 
sollen in der Welt behalten 
ihren alten guten Klang. 
Uns zu edler Tat begeistern 
unser ganzes Leben lang 
Deutsche Frauen, deutsche Treue, 
deutscher Wein und deutscher Sang. 

Einigkeit und Recht und Freiheit 
für das deutsche Vaterland,
danach laßt uns alle streben 
brüderlich mit Herz und Hand ! 
Einigkeit und Recht und Freiheit 
sind des Glückes Unterpfand. 
Blüh‘ im Glanze dieses Glückes 
blühe deutsches Vaterland. 

Das Lied von der Freiheit

Es lebe, was auf Erden 
nach Freiheit strebt und wirbt 
von Freiheit singt und saget,
 für Freiheit lebt und stirbt

Die Welt mit ihren Freuden 
ist ohne Freiheit nichts 
die Freiheit ist die Quelle 
der Tugend und des Lichts 

Es kann, was lebt und webet 
in Freiheit nur gedeihn 
das Ebenbild des Schöpfers 
kann nur der Freie sein  

Frei will ich sein und singen, 
so wie der Vogel lebt 
der auf Palast und Kerker 
sein Frühlingslied erhebt 

Die Freiheit ist Mein Leben 
und bleibt es immerfort 
mein Sehnen, mein Gedanke, 
mein Traum, mein Lied und Wort 

Es lebe was auf Erden 
nach Freiheit strebt und wirbt 
von Freiheit singt und saget,
für Freiheit lebt und stirbt 

Fluch sing ich allen Zwingherrn, 
Fluch aller Dienstbarkeit 
Die Freiheit ist Mein Leben 
und bleibt es allezeit. 

Ein Männlein.....

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm, 
Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um. 
Sagt, wer mag das Männlein sein, 
Das da steht im Wald allein 
Mit dem purpurroten Mäntelein. 

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein 
Und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein, 
Sagt, wer mag das Männlein sein, 
Das da steht im Wald allein 
Mit dem kleinen schwarzen Käppelein ? 

Das Männlein dort auf einem Bein 
mit seinem roten Mäntelein 
und seinem schwarzen Käppelein 
kann nur die Hagebutte sein ! 

Bienchen summ herum

Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 
Ei, wir tun dir nichts zu leide, 
Flieg nur aus in Wald und Heide! 
Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 

Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 
Such in Blüten, such in Blümchen 
Dir ein Tröpfchen, dir ein Krümchen 
Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 

Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 
Kehre heim mit reicher Habe, 
Bau uns manche volle Wabe, 
Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 

Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 
bei den heilig Christgeschenken, 
wollen wir auch dein gedenken, 
Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 

Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 
Mit dem Wachsstock dann wir suchen, 
Pfeffernüss´ und Honigkuchen 
Summ, summ, summ! 
Bienchen summ herum! 



















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