2012-09-10

Minerale aus Thüringen- Friedrichroda/Gottlob


Friedrichroda/Gottlob


Der Ort Friedrichroda wird 1209 erstmalig urkundlich erwähnt und 1597 wurde das Stadtrecht durch Kaiser Rudolf II. verliehen. Wirtschaftlich spielten Bergbau, Weberei und Zwirnhandel eine bedeutende Rolle für die Stadt. Mitte des 19 Jh. ging der Bergbau zurück und andere wirtschaftliche Zweige siedelten sich in der Stadt an.
Eine Attraktion ist die Marienglashöhle die 1784 beim Abbau von Gips entdeckt wurde. Neben seltenen Kristallen befindet sich ein 90 m langer See in ihr.
Die Kristalle wurden im 19 Jh. zum schmücken von Marienbilder verwendet.


Am Gottlob schürfe ich seit etwa zwei Jahren. Von den vorkommenden Kupfervanadaten am Gottlob konnte ich bisher nichts finden. Der Fund dieser Mineralien dürfte ein seltener Glücksfall sein.
Im Gipfelbereich wurden in den 80er Jahren Rodungsarbeiten durchgeführt. Deshalb ist es relativ einfach in diesen Bereich zu schürfen und Fundmöglichkeiten sind gegeben. Unterhalb des Gottlobtempels, gleich neben dem Knappenweg befindet sich eine Halde. Die Derberze sind leicht zu finden wobei Hausmannit das Haupterz ist. In der Nähe des Stollenmundlochs der Grube Glücksstern befindet sich eine weitere Halde. Hier wurden in den vergangenen Jahren gute Stufen mit Hämatit gefunden.


Baryt
J.Lindner

Etwa 80m neben dieser Halde, in Richtung Knappenweg,trifft man erneut auf eine Halde. In den achtziger Jahren wurde hier tafeliger Baryt in grüner und blauer Farbe gefunden. Neuere Funde davon sind mir nicht bekannt und lt. "Mineralfundpunkte in Thüringen" soll das Vorkommen derartig gefärbten Baryts erschöpft sein.
Am 23.08.2007 gelang mir an dieser Halde ein Fund von Chalkopyrit. Dieses Mineral wird bisher  für den Gottlob nicht beschrieben.  In der Literatur finde ich jedenfalls keinen Hinweis und auf den bekannten Seiten im Internet wird Chalkopyrit ebenfalls nicht erwähnt.


Chalkopyrit/Baryt
J.Lindner

Ende der 90er Jahre konnte am Gottlob ein neues Mineral entdeckt werden. Gottlobit ist extrem selten und meines Wissens gibt es davon nur sehr wenig Material.(Erstbeschreibung: WITZKE, T.- STEINS, M.-DOERING, T.- KOLITSCH, U)
Für das Mineral Crednerit gilt das Fundgebiet am Gottlob als Typlokalität TL (SCHEVEN 1990).


Hämatit
J.Lindner


Baryt
J.Lindner

Für einige der in  Mineralienlisten aufgeführten Minerale dürften keine Fundmöglichkeiten mehr gegeben sein und nur noch durch den Kauf historischer Stufen wird man Lücken schließen können.





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