16.10.2012

Minerale aus Thüringen- Die Halden im Mönchsfeld bei Ruhla/Thal

Malachit
J.Lindner
Die Halden im Mönchsfeld bei Ruhla/Thal

Thal und Umgebung wurden zwischen dem 11. und 13..Jahrhundert besiedelt. Neben der Landwirtschaft war vor allem der Bergbau die wichtigste wirtschaftliche Erwerbsgrundlage für die Bevölkerung. Pingen, Stollenreste und Halden im Raum Ruhla belegen einen regen Bergbau.
Seit 1850 wurde Thal auch als Kurort bekannt und der Fremdenverkehr nahm eine raschen Aufschwung. Die Kittelsthaler Tropfsteinhöhle, die 1888 beim Bergbau entdeckt wurde verstärkte diesen Aufschwung des Ortes.
Seit dem Abschluss der Gebietsreform 1994 ist Thal ein Ortsteil von Ruhla.



Die Umgebung von Ruhla ist geologisch sehr vielfältig und wurde schon im 18.und 19.Jahrhundert wissenschaftlich untersucht so das es heute zu einem der geologisch genauesten erkundeten Gebieten gehört.
Glimmerschiefer, Phyllit, Gneis und Amphibolit sind die ältesten anstehenden Gesteine. Während sie in anderen Gebieten in einer Tiefe von mehr als 1000m liegen wurden sie hier durch Gebirgsbewegungen und Abtragungen freigelegt. (Breitenberg, Ringberg) Diese kristallinen Schiefer findet man vor allem in der nördlichen Gegend von Ruhla. An dieses Gebiet schließt sich ein Komplex des Zechsteins an.
Porphyrische Gesteine findet man in westlicher und östlicher Richtung von Ruhla (z.b. Kissel)
Südwestlich findet man den Ruhlaer Granit. An dieses Granitgebiet schließt sich in südlicher Richtung ein Zechsteinband an.

Die größte Halde im Mönchsfeld ist vom Weg aus schon gut zu sehen. Im Hinterland dieser Halde befinden sich weitere kleine Halden. Auf der „Haupthalde“ findet man neben Schiefer noch porphyrisches Gestein. Im letzteren sind auch die besten Mineralfunde möglich. Neben diesen Gesteinen findet man auf der Halde kleinere Gesteinsstücke mit reichlich Quarz. In der näheren Umgebung liegen große Quarzbrocken die teilweise aus dem Boden ragen.
Bisher konnte ich folgende Minerale feststellen: Amethyst, Azurit, Baryt, Hämatit, Malachit, Siderit und Quarz.

Azurit und Malachit sind auf der Halde sehr häufig wobei Malachit überwiegt. Die Minerale sind zumeist amorph und recht unansehnlich. Bei intensiverer Suche lassen sich aber auch kleine garbenförmige Aggregate beider Minerale finden.

Azurit
J.Lindner


Baryt ist insgesamt nicht häufig. Will man die nur wenige mm großen tafeligen Kristalle finden ist hier schon ein größerer Aufwand nötig.

Baryt
J.Lindner

Amethyst und Quarz sind auf der Halde in kleinen Gesteinsbruchstücken vorhanden. Während Quarz in hübschen Kristallen zu finden ist bildet der Amethyst zumeist kleine Adern im Gestein. Kristalle sind selten, sehr klein und meist nur schlecht ausgebildet.

Quarz/Amethyst
J.Lindner


Quarz/Amethyst
J.Lindner

Auf den großen Quarzbrocken in der Umgebung der Halden kann man manchmal schon an der Oberfläche Amethyst erkennen. Leider sind die Bruchstücke von der Größe her schon felsartig und zudem oft halb unter der Erde. Kleinere Gesteinstrümmer mit Quarz sind nicht sehr zahlreich. Die folgenden Stufen mit Amethyst stammen aus so einem kleineren Quarzbrocken der aber immerhin 1,5 mal so groß war wie ein Fußball. Nach einen halben Stunde intensiver Arbeit gab er sein Inneres frei. In zahlreichen Drusen konnte Amethyst festgestellt werden. Der Amethyst ist von Intensiver Farbe doch die Kristalle sind schlecht ausgebildet. Innerhalb der Drusen trat auch reichlich Hämatit auf. Das Quarzmaterial könnte aus einem Quarzgang stammen die es in der Umgebung von Ruhla an mehreren Stellen gibt.



Bei einem erneuten Besuch der Fundstelle mit entsprechenden Werkzeug konnten schöne Amethyste geborgen werden. Folgend die Bilder von einigen Stufen in der Gesamtansicht und dann Detailaufnahmen.

Quarz/Amethyst
J.Lindner
Quarz/Amethyst
J.Lindner
Quarz/Amethyst
J.Lindner
Quarz/Amethyst
J.Lindner
Quarz/Amethyst
J.Lindner
Quarz/Amethyst
J.Lindner
Quarz/Amethyst
J.Lindner

Hier noch einige Aufnahmen von Quarz der durch seine verschiedenen Beläge recht hübsch wirkt.


Quarz
J.Lindner
Quarz
J.Lindner
Quarz
J.Lindner
Quarz
J.Lindner









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