2012-11-07

Anette von Droste Hülshoff- Leben und Gedichte

A.v. Droste Hülshoff
A.v. Droste Hülshoff entstammt aus einer alten Adelsfamilie und wurde am 14.01.1797 auf dem Gut ihrer Eltern bei Münster geboren. Die Lyrik A.v. Droste Hülshoff löst sich in weiten Teilen von der Sentimentalität der Romantiker. Wen sie auch nicht die spottende und sarkastische Urteile  eines Heines  über die romantischen Naturdichter erreicht hat, so sind aber auch ihre Gedichte, die die Realität wiedergeben , oft von einen spöttelnden Unterton gekennzeichnet.
A.v. Droste Hülshoff hat Balladen, Verserzählungen sowie religiöse Gedichte geschrieben. Ihr Bestes leistete sie aber in Landschaftsbildern die wegen ihrer Orginalität sowie liebevollen zarten Darstellungen auffallen. Im Gedichtzyklus "Der Weiher" gelangen ihr einige ihrer schönsten Gedichte bei denen man ihre Sehnsucht nach Frieden und Einheit mit der Natur spürt.






    Der Weiher

Er liegt so still im Morgenlicht,
So friedlich, wie ein fromm Gewissen;
Wenn Weste seinen Spiegel küssen,
Des Ufers Blume fühlt es nicht;
Libellen zittern über ihn,
Blaugoldne Stäbchen und Karmin,
Und auf des Sonnenbildes Glanz
Die Wasserspinne führt den Tanz;
Schwertlilienkranz am Ufer steht
Und horcht des Schilfes Schlummerliede;
Ein lindes Säuseln kommt und geht,
Als flüstre's: Friede! Friede! Friede! -

    Das Schilf

»Stille, er schläft! stille, stille!
Libelle, reg' die Schwingen sacht,
Daß nicht das Goldgewebe schrille,
Und, Ufergrün, halt gute Wacht,
Kein Kieselchen laß niederfallen.
Er schläft auf seinem Wolkenflaum,
Und über ihn läßt säuselnd wallen
Das Laubgewölb' der alte Baum;
Hoch oben, wo die Sonne glüht,
Wieget der Vogel seine Flügel,
Und wie ein schlüpfend Fischlein zieht
Sein Schatten durch des Teiches Spiegel.
Stille, stille! er hat sich geregt,
Ein fallend Reis hat ihn bewegt,
Das grad zum Nest der Hänfling trug;
Su, Su! breit', Ast, dein grünes Tuch -
Su, Su! nun schläft er fest genug.«

Die "Judenbuche" ist eine deutsche Meisternovelle die den Fall Friedrich Mergel schildert der einen Juden ermordete. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Familie von Mergel sowie dem sozialen Umfeld. Erstmalig wird in der deutschen Literatur der Versuch unternommen, die Entwicklung eines Menschen an Hand der sozialen Umgebung und den gesellschaftlichen Verhältnissen sowie der Erziehung zu gestalten.

Erst im II Teil erschließt sich dem Leser der Titel "Die Judenbuche". Unter der Buche wo der Mord geschah ritzen die Juden der Umgebung einen hebräischen Spruch ein der besagt, wenn man sich dem Baum nähert, geschieht das "wie du mir getan hast." Als 28 Jahre später Friedrich Mergel sich dem Ort des Verbrechens nähert erhängt er sich an dieser Buche.

Das Werk gilt als eine der künstlerisch wertvollsten Novellen in der deutschen Literatur.


Lyrik

Gedichte 1838
Letzte Gaben 1860

Lyrisch/Episches

Die Schlacht im Loener Bruch 1838

Novelle

Die Judenbuche 1842

Prosa

Bilder aus Westfalen 1845


Lesen Sie auch:

hoffmann-von-fallersleben-biografie-und-einige-gedichte

mark-twain-tom-sawyers-abenteuer-eine-buchempfehlung



Quellennachweis: Erläuterungen zur deutschen Literatur/Vormärz
                         10:Auflage Volk und Wissen 1977


Bildnachweis Zeno.Org





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de