2012-12-31

Liebesgedichte von Matthias Claudius und Adelbert von Chamisso Teil 5






Chamisso ist französischer Herkunft und schuf in einer für ihn fremden Sprache bedeutende Werke die einem festen Platz in der deutschen Literaturgeschichte haben. Er wurde am 30.01.1781 auf Schloss Boncourt/Ante geboren und starb am 21.08. 1838 in Berlin. Erst 1831 veröffentlichte er einen Gedichtband mit älteren Gedichten. Dann kehrte er nur noch selten zur Lyrik zurück und verfastse in den 30er Jahren Reisestudien in hawaiischer Sprache.
Neben der Lyrik schuf er auch in Prosa zahlreiche Werke wobei "Peter Schlehmihls wundersame Geschichte"  das bekannteste Stück sein dürften. Chamisso war zu seiner Zeit auch ein recht bekannter Botaniker.






Claudius wurde am 15.08,1840 in Reinfeld/Holstein geboren und starb am 21.01.1815 in Hamburg. Die Lyrik von Claudius in von tiefer Religiosität geprägt und durchzieht sein ganzes Werk. Manche halten sein bekanntes Gedicht "Der Mond ist aufgegangen" für eines der besten Gedichte in deutscher Sprache. Man muss nicht dieser Meinung sein aber eine Perle der deutschen Lyrik ist das Gedicht allemal.







Adelbert von Chamisso

Mein Aug' ist trüb,

Mein Aug' ist trüb
Mein Mund ist stumm,
Du heißest mich reden,
Es sei darum!

Dein Aug' ist klar,
Dein Mund ist rot,
Und was du nur wünschenst,
Das ist ein Gebot.

Mein Haar ist grau,
Mein Herz ist wund,
Du bist so jung
Und bist so gesund.

Du heißest mich reden,
Und machst mir's so schwer.
Ich seh dich so an
Und zittre so sehr.


Verratene Liebe

Da nachts wir uns küßten, o Mädchen,
Hat keiner uns zugeschaut;
Die Sterne, die standen am Himmel,
Wir haben den Sternen getraut.

Es ist ein Stern gefallen,
Der hat dem Meer uns verklagt,
Da hat das Meer es dem Ruder,
Das Ruder dem Schiffer gesagt.

Da sang derselbe Schiffer
Es seiner Liebsten vor
Nun singen's auf Straßen und Märkten
Die Mädchen und Knaben im Chor.



Matthias Claudius

Hochzeitlied

Stand ein junges Veilchen auf der Weiden,
Lieb und herzig, in sich, bescheiden;
Und ein wackrer Jüngling über Land
Kam hin, da das Veilchen stand.

Und er sah das Veilchen auf der Weiden
Lieb und herzig, in sich, und bescheiden,
Sah es an mit Liebe und mit Lust,
Wünscht es sich an seine Brust.

Heute wird das Blümchen ihm gegeben,
Daß ers trag an seiner Brust durchs Leben!
Und ein Kreis von edlen Menschen steht
Ernst, und feiert mit Gebet.

Seid denn glücklich! Gott mit euch, Ihr beide!
Seine »Sonn’ am Himmel« schein euch Freude;
Und, in eurer Freud’, in eurem Schmerz,
Seine »beßre« euch ins Herz!



Die Liebe

Die Liebe hemmet nichts; sie kennt nicht Tür noch Riegel,
Und dringt durch alles sich;
Sie ist ohn Anbeginn, schlug ewig ihre Flügel,
Und schlägt sie ewiglich.









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1 Kommentar:

  1. Dir und dein Deinen wünsche ich einen geglückten Übergang ins Neue Jahr 2013! Liebe Grüße, Kiat

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