2013-02-27

Gedichte und Sprüche zu Himmelfahrt/ Vatertag Teil 1





Angelus Silesius

Wenn die Himmelfahrt vorhanden
Wenn Gott in dir geborn, gestorben und erstanden,
So freue dich, dass bald die Himmelfahrt vorhanden.
Jean Paul

Die Mütter geben unserem Geiste wärme und die Väter Licht.

Ernst Moritz Arndt

O Gottes Geist und Christi Geist

O Gottes Geist und Christi Geist,
der uns den Weg zum Himmel weist,
der uns die dunkle Erdenmacht
durch seine Lichter helle macht;

Du Hauch, der durch das Weltall weht
als Gottes stille Majestät,
du aller Lichter reinstes Licht,
erleucht uns Herz und Angesicht!

Komm, leuchte mit dem Gnadenschein
hell in die weite Welt hinein,
komm, mach uns in der Finsternis
des lichten Himmelswegs gewiss!

Ach, hier ist alles Staub und Nacht.
die Wahn und Sünde trübe macht;
ach hier ist alles Not und Tod,
seht uns nicht auf das Morgenrot.

Das Morgenrot der bessern Welt,
das wie ein Strahl vom Himmel fällt,
als Gottes Macht und Gottes Lust
durchblitzt die kranke Menschenbrust.

O Gottes Geist und Christi Geist,
der uns wie Kinder beten heißt,
der uns wie Kinder glauben heißt,
o komm, o komm, du heilger Geist!

Komm, Gottes Friede, Gottes Mut,
komm, stille Kraft, die nimmer ruht;
komm, gieße deinen Gnadenschein
in Seele, Sinn und Herz mir ein!

Dann wandl´ ich wie ein Kind des Lichts
im Glanze deines Angesichts
schon meinen kurzen Erdenlauf
stets himmelein und himmelauf.
Moliere

Die väterliche Macht läßt niemals mit sich spaßen.
Richard Dehmel

Himmelfahrt

Schwebst du nieder aus den Weiten,
Nacht mit deinem Silberkranz?
Hebt in deine Ewigkeiten
Mich des Dunkels milder Glanz?

Als ob Augen liebend winken,
Alle Liebe sei enthüllt!
Als ob Arme sehnend sinken:
Alle Sehnsucht sei erfüllt.

Strahlt ein Stern mir aus den Weiten,
Alle Ängste fallen ab,
Seligste Versunkenheiten,
Strahlt und strahlt und will herab.

Und es treiben mich Gewalten
Ihm entgegen, und er sinkt -
Und ein Quellen, ein Entfalten
Seines Scheines nimmt und bringt

Und erlöst mich in die Zeiten,
Da noch keine Menschen sahn,
Wie durch Nächte Sterne gleiten,
Wie den Seelen Rätsel nahn.
Martin Opitz

Am Tage der Himmelfahrt Christi
Wie Christus auferstanden
Und nun entgangen war
Des finsteren Todes Banden,
Zeigt’ er sich seiner Schar,
Ließ seine starke Hand
Noch vierzig Tage sehen;
Man hat ihn wohl erkannt
Aus dem, was ist geschehen.

Er sprach: Ihr Jünger, weichet
Von Solyma hier nicht,
Bis ihr die Tauf erreichet,
Die Gott euch selbst verspricht;
Die Zeit wird eilends sein.
Johannes hat genommen
Das Wasser nur allein,
Ihr sollt den Geist bekommen.

Ihr werdet ihn empfangen
Den Geist der Herrlichkeit,
Und solche Kraft erlangen,
Die reiche weit und breit:
Ihr sollt mir Zeugen sein
So weit der Bau der Erden
Durch meinen Sonnenschein
Erleuchtet pflegt zu werden.

Mit diesem wollt’ er enden,
Bis eine Wolke kam
Und ihn aus ihren Händen
Hin in den Himmel nahm,
Von da er nach der Zeit,
Wie er ward aufgenommen,
Mit großer Herrlichkeit,
Und Macht wird wiederkommen.
Annette von Droste-Hülshoff

Christi Himmelfahrt

Er war ihr eigen drei und dreißig Jahr.
Die Zeit ist hin, ist hin!
Wie ist sie doch nun alles Glanzes bar,
Die öde Erd', auf der ich atme und bin!
Warum durft' ich nicht leben, als sein Hauch
Die Luft versüßte, als sein reines Aug'
Gesegnet jedes Kraut und jeden Stein?
Warum nicht mich? Warum nicht mich allein
O Herr, du hättest mich gesegnet auch!

Dir nachgeschlichen wär' ich überall
Und hätte ganz von fern,
Verborgen von gebüschesgrünem Wall,
Geheim betrachtet meinen liebsten Herrn.
Zu Martha hätt' ich bittend mich gewandt
Um einen kleinen Dienst für meine Hand,
Vielleicht den Herd zu schüren dir zum Mahl,
Zum Quell zu gehn, zu lüften dir den Saal –
Du hättest meine Liebe wohl erkannt.


Und draußen in des Volkes dichtem Schwarm
Hätt' ich versteckt gelauscht,
Und deine Worte, lebensreich und warm,
So gern um jede andre Lust getauscht;
Mit Magdalena hätt' ich wollen knien,
Auch meine Träne hätte sollen glühn
Auf deinem Fuß; vielleicht dann, ach, vielleicht
Wohl hätte mich dein selig Wort erreicht:
Geh hin, auch deine Sünden sind verziehn!

Umsonst! Und zwei Jahrtausende nun fast
Sind ihrem Schlusse nah',
Seitdem die Erde ihren süßen Gast
Zuletzt getragen in Bethania.
Schon längst sind deine Märtyrer erhöht,
Und lange Unkraut hat der Feind gesät;
Gespalten längst ist deiner Kirche Reich,
Und trauernd hängt der mühbeladne Zweig
An deinem Baume; doch die Wurzel steht.

Geboren bin ich in bedrängter Zeit;
Nach langer Glaubensrast
Hat nun verschollner Frevel sich erneut;
Wir tragen wieder fast vergeßne Last,
Und wieder deine Opfer stehn geweiht.
Ach, ist nicht Lieben seliger im Leid?
Bist du nicht näher, wenn die Trauer weint.
Wo Drei in deinem Namen sind vereint,
Als Tausenden in Schmuck und Feierkleid?

'S ist sichtbar, wie die Glaubensflamme reich
Empor im Sturme schlägt,
Wie Mancher, der zuvor Nachtwandlern gleich,
Jetzt frisch und kräftig seine Glieder regt.
Gesundet sind die Kranken; wer da lag
Und träumte, ward vom Stundenschlage wach;
Was sonst zerstreut, verflattert in der Welt,
Das hat um deine Fahne sich gestellt,
Und jeder alte, zähe Firnis brach.

Was will ich mehr! Ist es vergönnt dem Knecht,
Die Gabe seines Herrn
Zu meistern? Was du tust, das sei ihm recht!
Und ist dein Lieben auch ein Flammenstern,
Willst läutern du durch Glut, wie den Asbest,
Dein Eigentum von fauler Flecken Pest:
Wir sehen deine Hand und sind getrost,
Ob über uns die Wetterwolke tost,
Wir sehen deine Hand und stehen fest.

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