2013-02-19

Johann Wolfgang von Goethe- Biografie, Daten, Zahlen, Fakten Teil 1




Goethe ist ohne Zweifel, nicht nur in der deutschen Literaturgeschichte eine Ausnahmeerscheinung, sondern auch in der Weltliteratur eine Persönlichkeit von überragender Bedeutung.. Vielleicht ist seine Lyrik das Beste was die Weltliteratur überhaupt zu bieten hat. Kein deutscher  Lyriker hat, nicht auch nur annähernd, so viele lyrische Meisterwerke hinterlassen wie Goethe. Auch wesentliche Teile seines dramatisches Werkes sind lebendig geblieben und werden in aller Welt aufgeführt.
Mit den Bücher die über den Dichter verfasst wurden ließen sich Bibliotheken füllen und die Selbstzeugnisse die er uns hinterlassen hat künden von einem Menschen der das Leben, die Menschen und die Kunst geliebt hat.



Im Rahmen dieser Seite möchte ich versuchen die wesentlichen Etappen seines Lebens zu beschreiben sowie die wichtigsten seiner Werke zu erwähnen.

Goethes Mutter
Bild von G.O.May 1776
Johann Wolfgang Goethe wurde am 28.08. 1749 in Frankfurt am Main geboren. Goethes Vater war ein angesehener Bürger der Stadt der über ein beträchtliches Vermögen verfügen konnte. Die Mutter war die Tochter des Frankfurters Stadtschultheißen.
Das Elternhaus Goethes wurde im Stile des gebildeten Bürgertums geführt und eine gepflegte Bibliothek sowie eine Gemäldesammlung gehörten zu der Umgebung in der Goethe aufwuchs. In Dichtung und Wahrheit äußert sich der alte Goethe über seinen Vater sehr zurückhaltend während er die Mutter als Frohnatur schildert. Die Mutter, die bei der Geburt Goethes erst 18 Jahre alt war überlebte ihren Mann um 3 Jahrzehnte. Aber auch mit ihr hat Goethe wohl so seine Konflikte, denn trotz Liebesbeteuerungen, hat er sie nach seinem Abschied aus dem elterlichen Haus nur noch viermal besucht. Die Vertraute seiner Jugend wurde seine Schwester Cornelia, neben Goethe, die einzigen Kinder die nicht schon in frühen Lebensjahren gestorben waren. Auch sie wurde nur 27 Jahre alt.

Goethes Vater
Bild von G.F.Schmoll 1774
Goethe erhielt von frühester Kindheit an eine umfangreiche Privaterziehung und wurde von Hauslehrern unterrichtet. Überlieferte Unterrichtshefte beweisen das Goethe ein begabter und mit einen großen Auffassungsgabe ausgestatteter Schüler war, der sowohl in den klassischen Sprachen, in den Wissenschaften sowohl in der Kunst sehr gute Ergebnisse erreichte. Die ersten Versuche des jungen Goethe sich dichterisch zu betätigen fallen in die Zeit der französischen Besetzung seiner Heimatstadt im Jahr 1759. In diesen Jahren entstanden zahlreiche Gedichte und ein Drama, von dem aber nur wenige Bruchstücke bekannt sind.
Im Oktober 1765 traf Goethe zum Studium in Leipzig ein. Die Begeisterung Goethes für die Stadt legte sich sehr schnell und das Studium in der Jurisprudenz befriedigte Goethe nicht. Auch von den Vorträgen von Gellert zeigte sich der junge Student enttäuscht und nur der Umgang mit Oeser (sein Zeicherlehrer) oder seinem ersten Kritiker, dem Hofmeister Graf Behrisch, machten den Aufenthalt erträglich. In diese Zeit, Goethe war 17 Jahre alt, fällt seine erste Liebe zu der Wirtshaustochter Anna Katherina Schönkopf. (Käthchen)
Das Verhältnis, das freundschaftlich endete, verarbeitete Goethe in dem Schauspiel "Die Laune der Verliebten".

Straßburger Münster
Bild von W.H.Fox
1770 Goethe reiste Straßburg um sein abgebrochenes Studium zu beenden. Hier lernte er den Arzt und Schriftsteller Jung-Stilling und Jakob Michael Reinhold Lenz kennen, mit denen er bald einen freundschaftlichen Umgang pflegte. Bedeutender wurde doch seine Begegnung mit Herder dessen Verdienste er auch noch später würdigt. In Sesenheim, nahe bei Straßburg, lernte er die Pfarrerstochter Friederike Brion kennen und verliebte sich in sie. Diese Beziehung regte Goethe zu einer Reihe von Gedichten an die zu einen ersten Höhepunkt in seinem lyrischen Schaffen zählen. Es entstehen das sehr schöne "Willkommen und Abschied" das "Mailied" oder das "Heidenröslein"
Hier praktiziert Goethe das was er in seinem ganzen Leben tut. Unmittelbar Erlebtes wird dichterisch verarbeitet. Doktor der Rechtswissenschaft durch eine Promotion wurde Goethe in Strassburg nicht. Wahrscheinlich nahm er das aber nicht sehr tragisch da seinerseits wieso kein Interesse vorlag. Die Trennung von Friederike vollzog Goethe von Frankfurt aus. Goethe hatte deshalb lange Schuldgefühle.

In Frankfurt war Goethe als Rechtsanwalt bei einen Schöffengericht tätig ohne aber diesen Erwerb ernsthaft zu verfolgen. Er beschäftigte sich viel mit Shakespeare, der in Deutschland der damaligen Zeit noch nicht so bekannt war wie heute. 1771 vollendete Goethe die erste Fassung des "Götz" der ganz im Zeichen des "Sturm und Drangs" stand.
1772 ging der Dichter auf anraten seines Vaters nach Wetzlar um seine juristischen Kenntnisse am dortigen Reichskammergericht zu verbessern. Goethe, über den Weggang von Frankfurt nicht sehr traurig, eröffnete der Abstand zum Vater doch die Möglichkeit sich mit dem zu beschäftigen was ihm interessierte.
Hier lernte er Charlotte von Buff kennen, aber das Verhältnis zu ihr führte zu Spannungen so das er nach Frankfurt zurückkehrte.

1774 zur Herbstmesse erschienen "Die Leiden des jungen Werthers". Mit einem Schlag wurde Goethe berühmt denn die Aufnahme des Buches beim Publikum war spektakulär. Goethe war erst 24 Jahre alt hatte aber mit dem Roman die Stimmung der Zeit getroffen und war der bekannteste Autor in Deutschland geworden. Dadurch öffneten sich ihm die Türen und viele Persönlichkeiten aus dem Kunstleben suchten dem Gedankenaustausch mit ihm.
Goethe gemalt von G.M.Kraus
1775
1775 war das letzte Jahr wo sich Goethe in Frankfurt aufhielt. In diesem Jahr lernte er die sechszehnjährige Lili Schönemann kennen und verliebte sich. Aber durch verschiedene religiöse Ansichten und der Uneinigkeit der beiden Elternteile kam die Beziehung bald in eine Krise. Goethe nahm eine Einladung der Grafen Stolberg an und reiste mit ihnen in die Schweiz.
Im Dezember 1774 hatte Goethe den Erbprinz von Sachsen-Weimar kennengelernt und dieser hatte ihn eingeladen nach Weimar zukommen. Hier traf Goethe am 07.11.1775 ein.

Karl-August hatte im September 1775 die Regierung von seiner Mutter Anna Amalia übernommen. Die Mutter hatte in ihrem Land Sachsen-Weimar-Eisenach Künste und Wissenschaft gefördert und einige fortschrittlich gesinnte Männer an ihrem Hof versammeln können.
Bereits im Februar 1776 entschloß sich Goethe länger in Weimar zu weilen und im Juni trat er in den Staatsdienst des Landes ein. In der Folgezeit übernahm Goethe immer mehr Aufgaben so das er mit der Zeit ein großes Arbeitspensum bewältigen mußte. Das Vertrauen das der Herzog in Goethe setzte führte zu einer Ämterhäufung und der Dichter war Mitglied in zahlreichen Ausschüssen und Kommissionen.
Neben diesen Verpflichtungen schrieb Goethe in dieser Zeit zahlreiche Stücke die zur Unterhaltung und zur Ausstattung von Festen dienten. Solche Gelegenheitsdichtungen sind z.b. "Die Geschwister" oder "Der Triumph der Empfindsamkeit" sowie zahlreiche andere Stücke.

Charlotte von Stein
Besonders vertraut wurde er mit der verheirateten Charlotte von Stein unter deren Einfluss Goethe viele seiner noch jugendlichen Grillen ablegte und als Mensch und Dichter reifte. In den folgenden Jahren wurde Goethe in hohen Maße von seine Aufgaben im Herzogtum in Anspruch genommen und trotzdem fand er noch die Zeit seine "Iphigenie" zu schreiben. Nach einer Schweizreise, die Goethe im Jahr 1779 gemeinsam mit den Herzog unternommen hatte, geriet der Dichter in eine Lebenskrise und zweifelte an sich selber, ob er in der Lage wär seine vielen Aufgaben zu erfüllen. Trotz solch einer Fülle von Aufgaben und gelegentlicher Selbstzweifel hat Goethe eine Reihe künstlerischer Werke geschaffen die von hoher Qualität sind und das große Genie des Künstlers in den frühen Weimarer Jahre bestätigen. In der Lyrik schuf er Gedichte wie "An den Mond", oder "Über allen Gipfeln ist Ruh." Aber für viele bedeutende Werke der Zukunft wurden in diese Jahren die Voraussetzungen geschaffen. So sind die Anfänge des Wilhelm Meister oder die Konzeption zum Tasso auf die ersten Weimarer Jahre zurückzuführen. Dazu kommen zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Geologie, Anatomie oder Mineralogie die 1784 ihre Höhepunkt mit der Entdeckung des Zwischenkieferknochens fanden.
Fast von einen Tag auf den anderen brach Goethe von einem Urlaub aus,den er beim Herzog erbeten hatte, nach Italien auf.

Den 3.September früh drei Uhr stahl ich mich aus dem Karlsbad weg, man hätte mich sonst nicht fortgelassen. man merkte wohl, das ich fort wollte.......ich ließ mich aber nicht hindern, denn es war Zeit....so Goethe.

Goethe in der Campagna
Gemälde von J.H.W.Tischbein 1787
Als Goethe in Torbole am Gardasee ankam machte er sich sofort an seine dichterische Aufgaben und begann die "Iphigenie" umzuschreiben. Die bisherige Prosafassung wurde von Goethe nun in Jamben niedergeschrieben. Goethe reiste über Vicenza nach Venedig und  nach 2 Wochen nach Bollogna um danach nach Rom zu reisen wo er 4 Monate blieb und sich intensiv mit den Kunstwerken der Stadt beschäftigte. Wie wohl sich der Dichter in Italien fühlte ist durch viele Briefe des Dichters belegt, die immer wieder von einer Wiedergeburt sprechen. In Rom lernt er den Maler Tischbein kennen, der in Briefen nach Deutschland über das einfache Leben das Goethe führte berichtet.
In den Monaten Februar bis Juni 1787 bereist der Dichter Süditalien. Neapel, die Ausgrabungen von Pompeji und der Versuv, den er dreimal besteigt sind Etappen seiner Reise.
Nachdem Goethe wieder in Rom war blieb er noch 1 Jahr in Italien und es begann eine Zeit des intensiven dichterischen Schaffens. Es vollendete den Egmont und auch die Iphigenie in Jamben wurden fertiggestellt. Goethe arbeitete am Tasso und schrieb an einer Schilderung des Römischen Karnevals. Der Dichter kam mit vielen Künstlern und Kunstgelehrten zusammen und besuchte wie zum Anfang seiner Reise Museen und Galerien der Stadt.
Der Abschied von Rom viel Goethe sehr schwer doch am 03.09.1788 verließ er Rom um nach Deutschland zurückzukehren.



Lesen Sie auch:

Deutsche Literatur- von den Anfängen bis zur Gegenwart

Goethes Lyrik Teil 1 - die Jugendlyrik (An den Mond, Willkommen und Abschied, Prometheus, Heidenröslein)

Satirische deutsche Gedichte Teil 1 Joachim Ringelnatz


Quelle: Peter Boerner   J.W.v. Goethe mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten
           Rowohlt Taschenbuchverlag 1964
           1290- ISBN 3 499 50100 7

           Erläuterungen zur deutschen Literatur/ Klassik
           9.Auflage Volk und Wissen 1984








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