28.03.2013

Erotische Gedichte Teil 4 Friedrich von Schlegel





Ich habe eine längere Zeit darüber nachgedacht ob die Gedichte von Schlegel zu meiner kleinen Serie erotischer Gedichte passen, denn streng genommen sind sie nicht erotisch, sondern pornographisch und große Kunstwerke sind es auch nicht gerade. Trotzdem habe ich mich entschlossen drei der Sonette in meine Sammlung aufzunehmen denn, wenn auch keine große Kunst, gehören solche Ergüsse zur deutschen Literaturgeschichte, egal ob es persönlich gefällt oder nicht. 






Fünftes Sonett

So liegst du gut. Gleich wird sich’s prächtig zeigen
Wie klug mein Rat: ich schiebe meinen Dicken

In dein bemoostes Tor – man nennt das Ficken.
Du fragst warum? Davon lass jetzt mich schweigen.

Schon seh’ ich Schmerz in deinen blanken Blicken,
Das geht vorbei: du mußt zurück dich neigen,
Gleich wird dein Blut dir jubeln wie die Geigen
Von Engeln, welche ihre Brünste schicken

In bebender Musik zum Ohr der Welt.
Famos!. .  Du einst dich mir in bravem Schaukeln.
Die Schenkel schmiegen pressend, es umgaukeln

Mich Düfte, die mich locken in die Unterwelt.
Ein Stoß – ein Schrei! .  . Die weißen Glieder zittern
Im Kampf wie Apfelblüten in Gewittern.


Sechstes Sonett

Ich flehe dich um Wunden und um Male
Von deinen Händen, die mich heilig sprechen.
Du sollst das Glied, das du gesaugt, zerbrechen,
Das steif geragt in deine Kathedrale.

Schlürf aus den Quell, der einst in weißen Bächen
In deinen Kelch gespritzt beim Bachanale! . . .
Gieß jetzt die letzte Kraft in deine Schale.
An meinem Blute magst du dich bezechen!. . .

Nimm scharfe Peitschen und geglühte Zwingen.
Schlag' fester zu und quäle meine Hoden! . . .
Laß' tiefsten Schmerz das höchste Glück mir bringen.

Mein Stöhnen preist dich brünstiger als meine Oden.
Und wenn die letzten Schreie dich umklingen
Hörst du den Dank vom seligen Rhapsoden.


Siebentes Sonett

Der Müllerbursche schiebt hinauf zur Mühle
Auf seinem Karren einen Mühlenstein.
Und in die Öffnung schob er glatt hinein
Sein steifes Glied, und schaffte so sich Kühle.

Die blonde Müll'rin sieht's im Sonnenschein.
Und trotz der unerträglich dumpfen Schwüle
Läuft sie hinab, daß prüfend sie's befühle:
Sie faßt und fühlt, es ist von Fleisch und Bein.

«Na hör', mein Junge», ruft sie sehr brutal,
«Was soll die Schweinerei mit deinem Schweif? . . !
«Ist das die Prüfung, die ich dir befahl».

«Ob du auch würdig wärest für mein Bett?»
Doch er zeigt nur die Inschrift um den Reif.
Und ach, sie liest gerührt: Elisabeth. . . . !

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