04.03.2013

Marie Ebner Eschenbach Zitate und Aphorismen Teil 2







Das Leben erzieht die großen Menschen und läßt die kleinen laufen.




Eltern verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie ihnen selbst anerzogen haben.


Wir sind für nichts so dankbar wie für Dankbarkeit.

Ausnahmen sind nicht immer Bestätigung der alten Regel. Sie können auch Vorboten einer neuen Regel sein.

Die Unschuld des Mannes heißt Ehre. Die Ehre der Frau heißt Unschuld.

Alberne Leute sagen Dummheiten. Gescheite Leute machen sie.

Die meiste Nachsicht übt der, der die wenigste braucht.

Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun

Wir sind leicht bereit, uns selbst zu tadeln. Unter der Bedingung, das niemand einstimmt.

Wir müssen immer lernen, zuletzt auch noch sterben.

Die Liebe überwindet den Tod, aber es kommt vor, dass eine kleine üble Gewohnheit die Liebe überwindet.

Was ist Reue? Eine große Trauer darüber, das wir sind, wie wir sind.

Es gibt wenig aufrichtige Freunde. Die Nachfrage ist auch gering.

Der Zufall ist die in Schleier gehüllte Notwendigkeit.

Kinder und Greise fabeln. Die ersten, weil ihr Verstand die Herrschaft über die Phantasie noch nicht gewonnen, die zweiten, weil er sie verloren hat.

Es würde viel weniger Böses auf Erden getan, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte.

Über das Kommen mancher Leute tröstet uns nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen.

Wir verlangen sehr oft nur deshalb Tugenden von anderen, damit unsere Fehler sich bequemer breitmachen können.

Wer sich seiner eigenen Kindheit nicht mehr deutlich erinnert, ist ein schlechter Erzieher.

Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.

Viele Leute glauben, wenn sie einen Fehler eingestanden haben, brauchen sie ihn nicht mehr abzulegen.

Die Moral, die gut genug war für unsere Väter, ist nicht gut genug für unsere Kinder.

Kein Mensch weiß, was in ihm schlummert und zutage kommt, wenn sein Schicksal anfängt, ihm über den Kopf zu wachsen.

Die uns gespendete Liebe, die wir nicht als Segen und Glück empfinden, empfinden wir als eine Last.

Die Laster sind untereinander näher verwandt als die Tugenden.





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