2013-04-25

Erotische Gedichte Teil 5 Max Dauthendey





Du bist mehr als ein Frühling

Der süße Flieder steht nur einmal im Jahr auf dem Baum,
Deine Brüste blühen mir jahraus,jahrein, du bist mehr als ein Frühling.

Meine Wünsche glänzten wie die Sprossen der Kastanie,
Du zogst sie alle an die Sonne, wir sitzen in einem Laubdach
Und lachen uns zu im satten Schatten. 

Wie einen Baum, den der Blitz überfiel,hatte mich die Sehnsucht gezeichnet,
Jetzt wohnen deine Bienen bei mir,und meine Augen fließen über von deinem Honig.
Nie war die eine Liebesnacht in deinem Schoß der andern gleich

Nie war die eine Liebesnacht
In deinem Schoß der andern gleich,
Dein Leib ist ein Septembermond
An immer neuen Früchten reich.

Die Brüste sind ein Traubenpaar,
Und drinnen pocht der junge Wein,
Die Augen sind ein Himmelstor
Und lassen meine Wünsche ein.
Meine Zunge wird heiß und beredt für dich

Warm von der Sonne geründet ist dein Leib, und vom Sommer genährt wie die Ähre.
Wohl habe ich ein Bett geziert für deinen Leib, aber wo finde ich ein Bett reich genug für dein Herz?

Die Blumen bestaunen dich und sterben für dich und machen anderen Platz, die dich sehen wollen.

Meine Zunge wird heiß und beredt für dich wie der eiserne Hammer der Glocke.
Deine Küsse, deine Brüste, deine Arme
Pressen noch lüstewarm meinen Leib.
Dein Blut, dein Fleisch
Ruht noch lüstewarm an mir.
Meine Schritte schallen,
Meine Schritte fallen härter von Stein zu Stein,
Die Erde nimmt mich in ihre Mitte,
Verwundert fällt es mir ein:
Wir lagen draußen im Weltenraum,
Wir beide allein.
Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett

Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett
In deinem schönsten Kleid aus Scham und Blöße,
Und draußen kam die Nacht auf atemlosen Schnee,
Und auch Gottvater kam in atemloser Größe.
Mit vollem Auge hat der Gott geweint, gelacht.
Du hast dein Herz und deinen Leib
Zur Krone dieser Nacht gemacht.
Hülle dich in meine Hände

Bleibt das Licht nicht mehr Begleiter,
Dunkelheit bringt keine Binde,
Meine Hände leuchten weiter,
Glühend meinen Weg ich finde.

Meine Finger fühlen sprühend,
Wie zehn Augen sie dich sehen,
Und sie bleiben nicht wie Augen
Nur vor deiner Seele stehen.

Habe deinen Leib gebettet
Dicht an meine heiße Lende;
Kommt die Scham zu dir die leise,
Hülle dich in meine Hände.
Du gabst mir deinen kleinen, weichen Leib,
Du lagst so opfernd still.
In deinem Leibe müssen Lippen ruhn,
Die sehnen sich, mir wohlzutun
Und mein Geschlecht zu küssen.





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