2013-07-30

Friedrich Rückert- Kurzbiografie +Gedichte



1788     

Geburt in Schweinfurt als Sohn eines Advokaten

1802     

Gymnasium in Schweinfurt

1810     

In Jena. Privatdozent- Vorlesungen über Metrik, Mythologie und Literatur

1812     

Gibt Lehrertätigkeit auf und unterstützt den Befreiungskampf gegen Napoleon             mit patriotischen  Gedichten

1817     

Reise nach Italien

1820     

Übersiedlung nach Coburg, Studium der Orientalistik, Heirat

1826     

Professur in Erlangen

1841     

Ruf des Preußischen Königs nach Berlin

1848     

Verläßt Berlin und zieht sich auf seinen Landsitz zurück

1866     

31.01 Tod

Werke: Auswahl

Geharnischte Sonette, 1814
Kranz der Zeit, Stuttgart 1817.
Napoleon, eine politische Komödie in zwei Stücken, Stuttgart 1816–1818.
Oestliche Rosen, Leipzig 1822.
Die Weisheit des Brahmanen.  Band 1, 1836, Band 2, 1837, Band 3, 1837, Band 4, 1838, Band 5, 1839, Band 6, 1839)
Rostem und Suhrab 1838.
Hamâsa oder die ältesten arabischen Volkslieder, gesammelt von Abu Temmâm, übersetzt und erläutert von Friedrich Rückert, 2 Bde., 1846.

Außerdem: Dramen, Nachdichtungen und Übersetzungen

Rückert war ein Dichter ohne Maß der von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang dichtete und dabei alle Formen der Lyrik bediente. Unter seinen Händen wuchs fast jedes Thema oder Gedicht ins Uferlose und einige Schneeflocken im April veranlaßten ihn dazu 38 langatmige Gedichte darüber zu verfassen. Die Themen seiner Dichtungen hat er oftmals willkürlich gewählt und sie entsprachen wohl nur selten einen inneren Drang. Rückert war kein Thema zu belanglos um es nicht zu bedichten und so entstand ein Werk das aus zig tausenden von Gedichten besteht und in denen die wenigen guten Gedichte fast untergegangen wären. Es ist ein Glück für Rückert das viele seiner lyrischen Produktionen von bekannten Komponisten vertont wurden.
Bleibendes gelang ihm wenn er unmittelbar Erlebtes umsetzte. Rückert war ein Meister des Kurzverses und hier gelang  ihm ein Gedicht das meisterlich ist und neben den Kurzversen Goethes bestehen kann. ( Du bist die Ruh...)

Mit seinen "Geharnischten Sonette" im Jahre 1814 reihte sich Rückert in die Reihe deutscher Dichter ein die den Befreiungskampf gegen Napoleon unterstützten. Hier gelangen ihn einige wenige Sonette die von Bestand sind.
In seinem uferlosen Lehrgedicht "Die Weisheit der Bramanen" 1836/39 finden sich manchmal tiefsinnige Gedanken die heute noch viel und gern zitiert werden.

Im seinem Nachlass fanden sich 428 ! Gedichte die der Dichter geschrieben hat als 2 seiner Kinder an Scharlach starben. Gustav Mahler hat 5 dieser Gedichte vertont und 1905 kamen sie unter dem Titel "Kindertodtenlieder" zur Aufführung.


Gedichte


Du bist die Ruh

Du bist die Ruh'
Der Friede mild,
Die Sehnsucht du
Und was sie stillt.

Ich weihe dir
Voll Lust und Schmerz
Zur Wohnung hier
Mein Aug' und Herz.

Kehr' ein bei mir,
Und schließe du
Still hinter dir
Die Pforten zu.

Treib andern Schmerz
Aus dieser Brust!
Voll sei dies Herz
Von deiner Lust.

Dies Augenzelt
Von deinem Glanz
Allein erhellt,
O füll' es ganz.


Aus den Geharnischten Sonetten

O daß ich stünd auf einem hohen Turme,
Weit sichtbar rings in allen deutschen Reichen,
Mit einer Stimme, Donnern zu vergleichen,
Zu rufen in den Sturm mit mehr als Sturme:

Wie lang willst du dich winden gleich dem Wurme,
Krumm unter deines Feinds Triumphrads Speichen?
Hat er die harte Haut noch nicht mit Streichen
Dir g’nug gerieben, daß dichs endlich wurme?

Die Berge, wenn sie könnten, würden rufen:
Wir selber fühlten mit fühllosem Rücken
Lang g’nug den Druck von eures Feindes Hufen.

Des Steins Geduld bricht endlich auch in Stücken,
Den Götter zum Getretensein doch schufen –
Volk mehr als Stein, wie lang darf man dich drücken?


Aus den Kindertodtenlieder

Kindertotenlied

Du bist ein Schatten am Tage
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

Wo ich mein Zelt aufschlage
Da wohnst du bei mir dicht;
Du bist mein Schatten am Tage
Und in der Nacht mein Licht.

Wo ich auch nach dir frage
Find ich von dir Bericht,
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

Du bist ein Schatten am Tage
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.









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