2013-07-31

Meine Lieblingsgedichte- Du bist die Ruh.....-F.Rückert- Platz 24




Platz 24


Um doppelten Content zu vermeiden können Sie das Gedicht hier lesen: 


Rückert war ein Dichter ohne Maß und Konzeption der alle Formen der Lyrik bediente. Er dichtete von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und hat zehntausende Gedichte hinterlassen die er in sich überschlagenden Lyrikbänden herausgab. Bei seiner Maßlosigkeit kann es nicht verwundern das die meisten seinen Gedichte schlecht sind, da er sie nicht als Dichter, sondern als Versschmied betätigte. So ist bekannt das er durch Schneeflocken im April zu 38 langatmigen Gedichten anregt wurde. 
Die meisten seiner Gedichte sind vergessen und sicher wäre er fast völlig vergessen wenn nicht Vertonungen von Brahms, Beethoven oder Mahler einige der Gedichte erhalten hätten.
Trotzdem gibt es Gedichte, die Nachgeborene aus einen Wust von tausenden unbedeutenden Texten herausgefiltert haben die wirklich gut und poetisch sind.
Das Gedicht " Du bist die Ruh"  kenne ich schon seid meiner frühen Jugend und es ist eines jener Werke die Rückert einen Platz in der deutschen Literatur sichern.
Das Gedicht ist meisterlich und Rückert erweist als großer Könner der die Form des Kurzverses virtuos beherrscht. Schlicht und einfach in der Form gehört es zu jenen Gedichten die ich immer wieder gerne lese.


F.Rückert

O süße Mutter.

O süße Mutter,
Ich kann nicht spinnen,
Ich kann nicht sitzen
Im Stübchen innen,
Im engen Haus;
Es stockt das Rädchen,
Es reißt das Fädchen,
O süße Mutter,
Ich muß hinaus.

Der Frühling gucket
Hell durch die Scheiben;
Wer kann nun sitzen,
Wer kann nun bleiben
Und fleißig sein?
O laß mich gehen,
Und laß mich sehen,
Ob ich kann fliegen
Wie Vögelein.

O laß mich sehen,
O laß mich lauschen,
Wo Lüftlein wehen,
Wo Bächlein rauschen,
Wo Blümlein blühn.
Laß sie mich pflücken
Und schön mir schmücken
Die braunen Locken
Mit buntem Grün.

Und kommen Knaben
In wilden Haufen
So will ich traben,
So will ich laufen,
Nicht stille stehn;
Will hinter Hecken
Mich hier verstecken,
Bis sie mit Lärmen
Vorübergehn.

Bringt aber Blumen
Ein frommer Knabe,
Die ich zum Kranze
Just nötig habe:
Was soll ich thun?
Darf ich wohl nickend,
Ihm freundlich blickend,
O süße Mutter,
Zur Seit' ihm ruhn?




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