31.08.2013

Deutsche Dichter zum Thema "Heimkehr" Teil 14


Teil 14




Anton Lindner

Heimkehr

Du schönste Frau, nun bist du ganz mein Eigen,
Mir ganz zu eigen und mein Stolz und Spiel.
Der wilde Wunsch ruht am errungnen Ziel.
Und leise Schatten an den Wänden zeigen,
Wie selbst die Dinge sich im Fieber neigen,
Weil all dein Glanz in ihren Frieden fiel.

Zum erstenmal in diesen Raum getragen,
Bricht deine Schönheit wie eine Panther ein;
Auf alle Dinge fällt dein heißer Schein.
Was mögen diese stummen Zeugen sagen,
Die mit mir litten in verwaisten Tagen?
Nun schlürfen alle den ersehnten Wein.

Der Arbeitstisch, dem manches Lied entstiegen,
Die weiße Lampe mit dem roten Flor,
Im Spiegelgrunde der geschnitzte Mohr,
Die Bücher-Reihen, die sich knisternd biegen,
Das Harfengold an das sich Falter schmiegen,
Wenn sich im Park mein Saitenklang verlor -:

Sie alle staunen, wie mit Kinderblicken,
Weil deine Schönheit rings in Glut erwacht
Und ihre Seelen wundersam entfacht -
Der Estrich zittert, die Gardinen nicken,
Die Säulenuhr verlernt ihr mildes Ticken ...
Und flügelschlagend jauchzt die Sommernacht.

Aus ihrem Fittich wirft sie Amoretten
Mir lachend zu - und meinem Dienst geweiht,
Enblättern sie dein blütenweiches Kleid;
Das Lager bebt in gelben Rosenketten,
Dein warmer Duft entgaukelt süß den Betten
Und füllt mein ganzs Haus mit Seligkeit.
Maria Luise Weissmann

Die Heimkehr

 Vielleicht, das mich der schlanke Schaft der Birke trug?!
Nun wurzelt Fuß ins Wurzelwerk der Brombeerranken.
Auf blauem Teiche meines Blicks: Libellenflug,
Gräser im Südwind meines Atems wanken
Und das in sanften Wogen wehend fließt:
Kornfeld des blonden Haares, erdgeneigt.
Ein Käfertraum an Fingerstengeln sprießt,
Grille, die aus umlaubter Achselhöhle geigt –
Oh, ich ward Tiefe, Weite und der Wald,
Der müdverhängter Wimper grün entdämmert,
Und lausche: wie der kleine Specht, mein Herz,

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