28.11.2013

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Ludwig Uhland (72)






XXXVI.

Ludwig Uhland

Nur selten noch, fast graut_es mir, es zu sagen,
Nehme ich der Freiheit Evangelium,
Den Schatz von Minne und von Rittertum
Zur Hand in unseren hartbedrängten Tagen.

Wie habe ich einst so heiß dafür geschlagen!
Wie hastig drehte ich Blatt um Blatt herum!
Ich kann nicht mehr -- ich kann nicht -- sei es darum!
Es soll doch Niemand mich zu schelten wagen.

Ein ander Hassen und ein ander Lieben
Ist in die Welt gekommen, und von allen
Sind wenig Herzen nur sich gleich geblieben.

So sind auch Deine Lieder mir entfallen;
Ein einziges steht fest in mir geschrieben;
Kennst Du das Lied: "Weh Euch, Ihr stolzen Hallen!“




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Einführung in die Dichtung

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