2013-12-27

Einführung in die Xenien von Schiller und Goethe







Die Xenien erschienen im Jahr 1796 in Schillers "Musenalmanach" und die kritischen Epigramme richteten sich gegen die herrschende literarische Seichtigkeit. Besonders Schiller trieb das als "Strafgericht" gedachte Vorhaben voran, da er sich wohl getroffen fühlte, das seine Zeitschrift "Die Horen" von einem Teil der Zeitgenossen unflätig, besserwisserisch abgewiesen und beschimpft wurde. In kurzen Epigrammen griffen die beiden Dichter Nachahmer, Pedanten und Pfuscher an und da ihre Aussagen direkt und eindeutig waren heulten die getroffenen Hunde laut auf. "Sobald wir uns nur selbst nicht schonen, können wir Heiliges und Profanes angreifen." Dieses Motto hatte Schiller ausgegeben und so wetteiferten die Dichter darin ihre Nadelstiche gegen kritikwürdige Zustände und Personen in der deutschen Literatur zu setzen. 
Nach der Veröffentlichung der "Xenien" von Goethe und Schiller entwickelte sich ein wahrer "Xenienkampf" und zahlreiche meist anonyme Autoren verfassten Gegen-Xenien .

Das Verständnis der Xenien von Schiller und Goethe ist heute sehr schwierig da die Epigramme zeitbezogen sind und sich unseren heutigen Verstehen entziehen wenn der Leser nicht über Hintergrundwissen verfügt.
Die Zeitbezogenheit der Xenien veranlassten sowohl Schiller als auch Goethe dazu sie nicht in ihrer ursprünglichen Fassung in ihr Gesamtwerk aufzunehmen sondern sie neu zu gruppieren und zu überarbeiten.



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