30.01.2014

Gedichte v. A.v.Chamisso: Sternschnuppe (64)




Sternschnuppe

Wann einer ausgegangen ist,
So ist er nicht zu Haus;
Und wird der Winter hart, so friert
Das Ungeziefer aus.

Ihr war der Knecht so eben recht,
Solang allein er warb;
Der Jäger kam, des Federhut
Den Handel ihm verdarb.

Der Pächter nahm, so wie er kam,
Ihr Herz gleich in Empfang;
Kein Wunder, daß dem Amtmann auch
Der Meisterschuß gelang.

Und den Husaren-Offizier
Erblickte sie von fern:
Fahr hin, fahr hin, Kartoffelkraut,
Da geht mir auf mein Stern!

Dein Stern? was geht dein Stern mich an
Absonderlicher Art
Mit goldbeschnürtem rotem Wams
Und Schnurr- und Backenbart?

Bald hat ein solcher sich geschneuzt,
Es lischt das Lichtlein aus;
Wann einer ausgegangen ist,
So ist er nicht zu Haus.

Nun bricht der Winter an, es friert;
Du blickst nach uns zurück;
Ich und wir alle, teurer Schatz,
Wir wünschen dir viel Glück.

Und bleibst du sitzen, teurer Schatz,
So bist du nicht allein;
Noch wird der alten Jungfern Zunft
Nicht ausgefroren sein.




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