2014-05-30

Gedichte von T.Fontane: Tag und Nacht (67)






Tag und Nacht

Die Braut des Himmels ist die Sonne;
Vom Morgenrote kaum umkränzt,
Des Himmels hohe Stirn vor Wonne
Beglückter Liebe schon erglänzt.

Die Sonne steigt; - da wächst und mehret
Sich seiner Liebe junges Glück;
Sie sinkt, sie stirbt - und plötzlich kehret
Ihm seines Daseins Nacht zurück.

Er weinet leis; ach, all sein Lieben
Und Sehnen fühlt er ungestillt.
Da nur der Mond ihm noch geblieben,
Der Sonne nie erreichtes Bild.

Doch tief in finstren Schmerz versunken,
Erhellen seine Dunkelheit
Die Sterne, - gleich Erinnrungsfunken
An eine schöne, beßre Zeit.

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