29.11.2014

Gedichte von F.Hebbel: Meisenglück (54)




Meisenglück

Aus dem goldnen Morgenqualm
Sich herniederschwingend,
Hüpft die Meise auf den Halm,
Aber noch nicht singend.

Doch der Halm ist viel zu schwach,
Um nicht bald zu knicken,
Und nur wenn sie flattert, mag
Sie sich hier erquicken.

Ihre Flügel braucht sie nun
Flink und unverdrossen,
Und indes die Füßchen ruhn,
Wird ein Korn genossen.

Einen kühlen Tropfen Tau
Schlürft sie noch daneben,
Um mit Jubel dann ins Blau
Wieder aufzuschweben.



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