2014-12-31

Gedichte von R. Dehmel: Über frei Feld (78)




Über frei Feld

Über frei Feld, mein Hund und ich;
die Frühlingsluft ist dunkel.
Fern staut sich ein Gewitter strich;
mein Teckel knurrt, er fürchtet sich.
Komm, Teckel.

Er will nicht sehn die Himmelswand,
die Sonne sticht durch Wolken;
blendende Streifen ziehn durchs Land,
ein Scherben blitzt wie Diamant.
Komm, Teckel.

Am Saum der Saat, von Stiel zu Stiel,
schleicht ungewiß sein Schatten;
ein Regen sprüht wie Mückenspiel,
die Tropfen flimmern ohne Ziel.
Komm, Teckel.

Da: Jäh am Horizont hin zuckt
der erste Blitz im Jahre.
Ein kurz entschlossner Donner ruckt;
mein Teckel hat sich scheu geduckt.
Hundsseele!


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