31.12.2014

Gedichte von R. Dehmel: Vergißmeinnicht (80)




Vergißmeinnicht

Vergißmeinnicht in einer Waffenschmiede -
was haben die hier zu tun?
Sollte heimlich der Friede
hinterm Hause am Bache ruhn?

Laut hallen die Hämmer in hartem Takt:
Angepackt, angepackt,
die Arbeit muß zu Ende!
Und das Eisen glüht und das Wasser zischt,
und wenn der Schwalch die Flamme auffrischt,
glänzen die schwarzen Hände.

Aber manchmal blickt ein rußig Gesicht
still nach dem himmelblau blühenden Strauß.
Dann scheint’s, eine Stimme singt hinterm Haus:
vergiß mein nicht!


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