2014-12-31

Goethes Tagebücher: März 1824



1824


1. 03. Weimar.

Einiges Oberaufsichtliche und Briefliches. Kleines Gedicht mundiert. Übersetzung aus dem Euripides. Rat Vulpius. Mit Professor Riemer spazieren gefahren. Speiste derselbige mit uns. Blieb bis abends. Wir besprachen die nächsten Artikel zu Kunst und Altertum. Insonderheit bei Gelegenheit des Paria, über die in jedem geselligem Zustande sich bildende Absonderung der auf mannigfaltige Weise beschäftigten Menschen. Blieb für mich. Bereitete manches vor.

15. 03. Weimar. 

Einige Briefe: An Herrn Johann Friedrich Mayer nach Gengenbach bei Offenburg. Frithjofs Saga. Serbische Literatur. Gläschen Opodeldok. An der Reise von 1797 geschrieben. Brachte Schmeller das Porträt von Soret. Mit Walther in den untern Garten. Mittag für uns. Nach Tische einige Kupfer in Ordnung. Fräulein Adele. Abends für mich. Martius Brasilien.

16. 03. Weimar. 

Bräunliches Papier von Müllern. Über die nordischen Heldenlieder. Um 1/2 11 Uhr Ihro K . H. die Frau Großherzogin. Vorgelegt den Flachwuchs der Kiefer. Van der Neers Nacht. Den Externstein. Das Altdeutsche Gesetzbuch mit Steindrücken. Fuhr in den untern Garten mit Walther. Ließ das Haus öffnen, lüften und reinigen. Mittag unter uns. Nach Tische Herr Kanzler. Später Herr Soret und musikalische Gesellschaft. Vortrag des Messias; auch erhielt ich das Eckermannische Lied für Thaer komponiert.

24. 03. Weimar.

Abschrift von kleinen Gedichten. An Riemer seine Ode für Thaer und meine lyrischen Gedichte, an Eckermann Kleineres einzuschalten. Fortgefahren an der Reise. Frau von Wolzogen um 11 Uhr. Ging im untern Garten, blieb bei gutem Wetter zwei Stunden daselbst. Mittag für uns. Später Herr Kanzler von Müller. Nachts für mich; an die neue Ausgabe von Werthers Leiden gedenkend.

25. 03. Weimar.

Verschiedene Abschriften. Erlaß an Frau von Wolzogen wegen der Herausgabe der Briefe. Herr Erbgroßherzog. Herr Rat Helbig, wegen der Thaerischen Angelegenheit. Mittag für uns mit Eckermann. War das Gedicht zur neuen Ausgabe von Werther fertig geworden. Sendung von Serenissimo, verschiedene Geschäfts- und Lebenspunkte betreffend. Brief von Zelter, Entwicklung des Messias von Händel. Beredung mit meinem Sohn wegen der jenaischen Vorfallenheiten. War früh Herr Durand dagewesen, um mich auf den Sonnabend einzuladen.

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