31.12.2014

Goethes Tagebücher: März 1825



1825


7. 03. Weimar.

Briefe mundiert und morgende Sendungen vorbereitet. Einiges an Faust. Spazieren gefahren. Mittag zu dreien. Geschichte des Erfurter Balls. In den Branischen Heften vieles gelesen. Den projektierten Kanal durchs mittlere Amerika von einem Meer zum ändern bedacht. Die neu eingebundenen Foliobände angesehen.

8. 03. Weimar.

Einiges an Faust. Dokumente für Frankfurt. Frau Großherzogin halb 11 Uhr. Besah die Wolffische Architektur, die neusten Schmellerischen Porträte, auch die neue Karte von Griechenland und die Tabelle der Kunstgeschichte. Frühstückte mit den Kindern. Las die Fußreise des Capitain Cochrane. Erhielt eine Sendung des Professors von Jakob von Halle. Mittag zu drei. Reise des Capitain Cochrane in die östlichen Länder. Abends Professor Riemer. Beginn des Jahres 1807. NB. Spazieren gefahren Vormittag. Einige Epigramme gewonnen.

13. 03. Weimar.

Einiges an Faust. Die Anzeigen von Kunst und Altertum mundiert. Herr Fleischer der Jüngere, Buchhändler von Leipzig. Nach 11 Uhr Frühstück und Konzert wegen Felix Mendelssohn. Medaille für denselben vorbereitet durch Inschrift. Mittag derselbe mit Oberbaudirektor Coudray, Professor Riemer, Dr. Eckermann. Kanzler von Müller, eh er nach Hof ging. Felix hatte vorher sehr schön phantasiert. Mit Professor Riemer den 12. Bogen und den Umschlag. Über wissenschaftliche Behandlung. Fehler das Mannigfaltige herauszukehren. Abends für mich. An Faust den Schluß fernerhin redigiert. Vorhergehende Fragmente betrachtet.

16. 03. Weimar.

Einiges an Faust konzipiert und mundiert. John beschäftigte sich mit Ordnung älterer Zeitungen. John mundierte den Schluß der angefangenen Faustischen Abteilung. Mittag zu drei. Ottilie war zur Schlittenfahrt. Verschiedene Graeca gelesen. Abends Brief und Sendung von Ernst Meyer. Gedanken darüber. Er brachte die Physiognomik der Pflanzen in ihrer Austeilung auf der Erde bei Gelegenheit der Schilderungen des Herrn von Martius zur Sprache. - An Güldenapfel die Tagebücher zurück nach Jena.

21. 03. Weimar.

Bankier Elkan, griechische Silbermünzen vorweisend. Treffliches Gepräg und wohl erhalten. Nebenstehende Expeditionen und andere vorbereitet. Mittag Herr Hofrat Meyer. Katalog der Handzeichnungen. Gegen Abend einiges an Faust. Befand mich nicht zum besten. Nachts brannte das Theater ab.

22. 03. Weimar.

Verwirrung deshalb. Gestörter Besuch der Frau Großherzogin. John überzog die Bleistiftkorrekturen. Einiges an Faust. Verschiedene Besuche abgelehnt. Mittags für uns auf dem hinteren Zimmer. Herr Kanzler von Müller, die Geschichte dieser Nacht und des Verfolgs umständlich erzählend. Für mich in Betrachtung des Nächstzubesorgenden. Abends Professor Riemer. Den Anfang des Jahres 1808. Sodann über griechische Silbenmaße. Kinder und Enkel waren an der Brandstätte gewesen und erzählten mancherlei Spezielles von vorgefallenem Unheil.

31. 03. Weimar.

Einiges an Helena. Munda von Briefen. Konzepte von Briefen. Oberbaudirektor Coudray, von Neuhausen kommend, die älteren Theaterrisse vorlegend. Geh. Staatsrat Schweitzer, von Serenissimo die Entschließung bringend, daß auf den alten Platz solle gebaut werden. Besprechung zu drei. John besorgte die Aufschriften der Mineralien-Schubladen im letzten Zimmer. Mittag zu vieren. Vorbereitung zum Kinderfeste. Rede mit meinem Sohn über das Vorliegende. Kamen die Kinder und suchten Eier. Blieb ich für mich. L ’homme du Midi de Bonstetten. Einiges zu Helena.



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