31.12.2014

Goethes Tagebücher: Oktober 1823



1823




7. 10. Weimar. 

Ordnung und Betrachtung vieles Vorliegenden. Mancherlei Sendungen kamen an. Oberaufsichtliche Expeditionen gefördert. Mit Graf Reinhard nach längerem vertrauten Gespräch Belvedere besucht, das Palmenhaus besehen und sonstige Gewächshäuser. Waren die Frauenzimmer gleichfalls nachgekommen. Büste der Juno Ludovisi. Zu Tische Herr Kanzler von Müller. Nach Tische mannigfaltige Unterhaltung. Abends viele junge Leute zum Tee; Kupfer und Zeichnungen besehen. Die Tante 1. Teil geendigt.

14. 10. Weimar.

Manches mundiert, Möglichstes beseitigt. Das verlangte Manuskript vom 3. Bogen Kunst und Altertum kam von Jena. Machte mit Ottilien wegen stürmischen Wetters nur eine kleine Tour. Unterhaltung über die Engländer, ihre Absichten, Leidenschaften und Grillen. Mittag für uns. Nach Tische Das Eiland von Lord Byron. Abends bis 11 Uhr. Dazu kam Geh. Rat von Savigny aus Berlin mit Familie. Regierungsrat Schmidt spielte auf dem Flügel.

27. 10. Weimar.

Vorbereitung zu dem abendlichen Konzert. Die kleinen Rezensionen an Hofrat Meyer zurück. Übersetzung von Hermann und Dorothea ins Griechische. Abschrift der Rezensionen des niederländischen Katalogs. Besuch des französischen Gesandten, Mr. de Rumigny, und Herrn Kanzler von Müllers. Mittag Madame Szymanowska, Schwester und Bruder. Einiges für den Abend probiert und vorbereitet. Einteilung der Zimmer zum Konzerte. Eckermann, die Mitteilung ins Morgenblatt bringend. Gab ihm das neuste Gedicht zu lesen. Alsogleich sehr feine Bemerkungen darüber. Die Gesellschaft kam nach und nach an. Madame Szymanowska spielte. Madame Eberwein sang, von Saiten- und Blasinstrumenten accompagniert. Blieben bis gegen 10 Uhr. Sendung von Nees von Esenbeck. Expresser von Jena, wegen retardierter Bezahlung.

Gesamtübersicht Tagebücher                                                                                                     weiter

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de