31.01.2015

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 01.10.1794 (13)






AN SCHILLER

Weimar, 1. Oktober 1794

Wir wissen nun, mein Wertester, aus unsrer vierzehntägigen Konferenz: daß wir in Prinzipien einig sind und daß die Kreise unsers Empfindens, Denkens und Wirkens teils coindiciren, teils sich berühren; daraus wird sich für beide gar mancherlei Gutes ergeben. Für die Horen habe ich fortgefahren zu denken und angefangen zu arbeiten; besonders sinne ich auf Vehikel und Masken, wodurch und unter welchen wir dem Publico manches zuschieben können. Gegen die Aufnahme des Herrn Zahns habe nichts zu erinnern, gebe aber, da ich wünschte, daß Sie alle Expeditionen allein unterschrieben, meine Beistimmung auf einem besonderen Blatt zu den Akten.

Leben sie recht wohl und vergessen nicht ganz meines diätetischen Rates. Ich hoffe bald etwas schicken zu können und erwarte Ihre Anregung über diese oder jene Gegenstände zu schreiben.

Goethe.

Herrn Arends wird Ihr Brief nicht verfehlen, wenn Sie nur Baumeister auf die Adresse setzen; er ist in Hamburg bekannt genug.

Hirt und Albrecht vergesse ich nicht. Danken Sie Herrn v. Humboldt für die Rezension des Woldemar; ich habe sie so eben mit dem größten Anteil gelesen.

Beilage zum Brief

Daß die Herausgeber der Horen Herrn Zahn aus Tübingen in ihre Sozietät aufnehmen und demselben ein consultatives Votum, in den Angelegenheiten welche diese Monatsschrift betreffen, bewilligen, finde ich den Umständen ganz angemessen. Es versteht sich, daß dieses Verhältnis nur so lange dauern kann, als Herr Cotta Verleger ist.

Goethe.

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