2015-02-28

Gedichte von G.Weerth: Allerseelentag (1)




Allerseelentag

Wenn nun im Herbst in Wald und Hag
Die Blume stirbt im Sturmgerolle,
Wenn nackt und bloß der weiten Felder Scholle,
Dann kommt der stille, wehmutsvolle,
Der Allerseelentag.

Er ruft mit seiner Glocken Klang,
Als wär’s mit menschlich holdem Worte,
Die Trauernden zu diesem stillen Orte.
Sie ziehen durch des Friedhofs Pforte
Das sanfte Tal entlang.

Und wo in dicht gedrängten Reihen
Die Hügel all verschont geblieben,
Da lesen sie die Namen ihrer Lieben
Und fromme Sprüche, die geschrieben
Auf moosigem Gestein.

Es bricht der Herbstessonne Glanz
Durch die entlaubten kahlen Bäume,
Daß sie zum letzten Mal den Ort der Träume,
Daß sie den Rand der Grüfte säume
Mit lichtem Strahlenkranz.


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