2015-03-31

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 25.04.1805 (995)




AN SCHILLER.

Weimar, 25. April 1805.

Hier endlich der Rest des Manuskripts, das ich noch einmal anzusehen und sodann nach Leipzig abzuschicken bitte. Wäre nicht alles was man tut und treibt, am Ende extemporisirt, so würde ich bei den sehr extemporisirten Anmerkungen manches Bedenken haben. Mein größter Trost ist dabei, daß ich sagen kann: sine me ibis Liber! denn ich möchte nicht gern überall gegenwärtig sein, wohin es gelangen wird.

Ich habe indes an der Geschichte der Farbenlehre zu diktieren angefangen und ein schweres Kapitel aus der Mitte heraus bald absolviert.

Übrigens geht es mir gut, so lang ich täglich reite. Bei einer Pause aber meldet sich manche Unbequemlichkeit. Ich hoffe Sie bald zu sehen.

G.
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