30.05.2015

Briefwechsel Goethe mit seiner Frau Christiane: Christiane 26. 09. 1814 (233)




1814

222. Christiane

Lieber, guter Geheimerath.

Wir wollen Dir nur in größter Eile melden, daß Du uns alle in der besten Gesundheit finden wirst. Aus Deinem Brief haben wir gesehen, daß es Dir recht wohl gegangen ist, und ich freue mich recht sehr, daß ich doch die Ursache war, daß Du wieder einmal in diese Gegend kamst. Und nun, da es zum Winter geht, erwarten wir Dich alle mit größter Sehnsucht. Das Theater hat wieder seinen Anfang genommen, und die Schauspieler wünschen alle nur Deine Zurückkunft; die Engels ist auch wieder zurück und soll den nächsten Sonnabend spielen. Wolff ist recht krank, aber so gut dabei, daß es mir sehr bange vor ihm ist; sie und er empfehlen sich beide Deiner Gewogenheit, und so das ganze Theater.

Bei diesem schönen Wetter fahren wir oft aus nach Tiefurt, Berka u.s.w. Auch waren wir gestern in Jena und Zwätzen, die Wolff war mit uns; und als wir zurückkamen, fanden wir Deinen lieben Brief. Grüße ja alle Bekannte in Frankfurt von mir. Herr Professor Riemer, welcher bei uns ist, empfiehlt sich auch Deinem gütigen Andenken, so auch Uli.

Karl soll wegen des Zucker und Kaffees nicht vergessen; wenn nämlich der Kaffee nicht mehr als 9 Groschen 6 Pfennige kostet und der Zucker 13 Groschen, so bekomme ich ihn von Citronenfrauen.

So wie ich mich dieses Mal auf  Dich freue, läßt sich niche beschreiben, ich darf mir es gar nicht denken. Nun lebt wohl. Mit Liebe erwarte ich Dich wie immer und bin glücklich.

Weimar, den 26. September 1814. 

C. v. Goethe.

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