2016-01-30

M. Dauthenday: Die ewige Hochzeit- Deine Augen (61)




Deine Augen

Wie auf hellen wehenden Wiesen
Blumen, mit göttlichen Mienen,
Sind mir deine Augen erschienen,
Welche die Liebe froh priesen.

Leicht von den Blumen beschworen
Sah ich den Schmetterling steigen;
So haben deine Augen im Schweigen
Mir meine Lieder geboren.

Manchen führt Mondschein gefangen,
Nachtwandelnd öffnet er Türen;
Mich konnten deine Augen fortführen,
Bin ihnen blind nachgegangen.

Sie sind wie der Mondschein gekommen;
Sie können die Erde versenken,
Können den Schatten mir lenken,
Machen mich glücklich beklommen.

Deine Augen sind wie die Waldbeeren,
Sie zwingen mich niederzuknien;
Und haben die Sorgen geschrien,
Konnten deine Wimpern sie wehren.

Wie an den Wassern die Weiden
Über den Spiegeln gern schweben
Froh an entrückendem Leben,
Kann ich deine Augen nicht meiden.

Muß mich deinen Augen ergeben;
Wie die Wolken, rauschend im Blauen,
Auf Unergründliches bauen,
Bau' ich auf zwei Augen mein Leben.

Deine Augen sind himmlische Brücken;
Wie nach dem Regen im Bogen
Sieben Freuden am Himmel einzogen,
So können deine Augen beglücken

Wenn in dem Abend die Birken
Blutend in Scharen sich röten,
Als müßte die Sonne sie töten,
So fühle ich Todeslust wirken.

Wie todeslüstern die Mücken
Heiß um den Abendstrahl minnen.
Möcht' ich deine Augen gewinnen,
Trag' gern all Leid im Entzücken.


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