2017-01-30

Gedichte von N.Becker: Waise und Rose (39)



Waise und Rose

„Wie bin ich armes Kind allein!
Der Freunde hab' ich keine,
Als nur der Rosen eine
Am trüben Fensterlein.

„Dran stehe ich beim Abendgrau,
Das Herz so voller Sehnen;
Es fallen meine Tränen
Darauf wie Himmelsthau.

„Ob du wohl fühlst mein tiefes Leid,
Du stumme Rosenblüte,
Das lindernd deine Güte
Zur süßen Duft mir beut?“

Als so die Waise Abends stand
In stillen Tränen wieder,
Der stieg ein Engel nieder,
Löst ihrer Seele Band.

Wie wenn sie Schlummer leis umfing,
Lag da die Leidenlose,
Und neben ihr die Rose
Verwelkt am Zweige hin.

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