2017-03-24

C.Busse-Vagabunden: Der gute Hirt (82)





Der gute Hirt

Hirtenfeuer hab' ich angefacht,
Lodernd sprühn sie durch die tiefste Nacht.
Bänglich suchend, ohne Stern' und Ziele,
Meiner Brüder irren viele, viele….
Und so ließ ich hundert Flammen knistern,
Eine Flamme ward aus den Geschwistern,
Mächtig über Stürme braust ihr Singen,
Ihre Zungen recken sich und springen,
Daß sie jeden tief in Nacht Verirrten
Gastlich weisen zu der Thür des Hirten.
Manch ein Müder kam und neigte sich
Und ich sagte: Wandrer, wärme dich!

Heil'ge Feuer hab' ich angefacht,
Kohlen schürst' ich aus dem tiefstem Schacht.
Sieh, ein dunkler Bergmann ist der Schmerz,
Nieder fuhr er und durchgrub mein Herz,
Und nun halten diese jungen Hände
Ew'ge Fackeln, große Liebesbrände.
Die der frierend gehn auf dunklen Wegen,
Allen trag' ich meine Glut entgegen,
Geb' sie hin und neig' und schäme mich,

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