2017-08-12

Albert Werfer: Das betende Kind (7)

 


Das betende Kind

In dichten Flocken fällt der Schnee;
Am Kreuze alt bemoost
Kniet betend auf des Berges Höh'
Ein Kind vom Sturm umtost.

Die Händchen sind vom Frost erstarrt,
Die Wangen glühend rot,
Es geht nicht heim, es kniet und harrt:
Was hat das Kind für Noth?

Krank liegt zur Haus die Mutter sein,
Durchglüht von Fiebers Glut,
Und leidet bitt'rer Schmerzen Pein,
Die Mutter lieb und gut.

"Lass dringend doch mein Flehn zu dir, „
Ruft es, „allmächtger Gott,
Ach wenn die Mutter stürbe mir
Jetzt schon-o Gott, o Gott!“

Nein-Kind, geh heim, durch Wolken dicht
Drang schon dein kindlich Flehn,
Der gute Gott kann länger nicht

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de