2017-08-12

Das fremde Vögelein (8)



Das fremde Vögelein

Saß einst bei tiefem Schweigen
Im Wald ein Knabe klein
Da sah ich in den Zweigen
Ein fremdes Vögelein.

Leis fing es an zu singen
Im Abendlichte klar,
Das war ein seltsam Klingen,
Tief, herrlich, wunderbar:

Ein nie gehört es Tönen,
Wie Heimweh liebend süß
Nach einen wunderschönen
Verlor'nen Paradies.

Die andern Vögel alle
Sie schwiegen in dem Wald,
Ob diesem Zauberschalle
Und seiner Allgewalt.

Und als es ausgesungen
Sein Lied tief, wunderhold,
Hat es sich aufgeschwungen,
Verschwand im Abendgold.

Ich konnt' es nicht vergessen,
Ging oft in Wald hinein,
Sah hin, wo es gesessen
Es fand sich nimmer ein.

Ich lauschte vielen Tönen
Seitdem süß, lieblich, neu,
Doch steht mein einzig Sehnen
Nach jener Melodei.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de