2017-09-23

Haus-Gedichte von M.Dauthenday


2017-09-22

Bouterweck: Wunderglaube Nach Wundern fragst du, blindes Volk (23)









Wunderglaube

Nach Wundern fragst du, blindes Volk,
Das Unsichtbares sehen will?
Was Knabenwitz natürlich nennt,
Hast du schon erfasst?

Sehnsucht: Längs dem Bach im Weidenthale (22)









Sehnsucht

Längs dem Bach im Weidenthale
Ging ich um die Rosenzeit.
Schöner lag im Frühlingsstrahle
Nie ein Reich der Lieblichkeit.
Aber Psyche war nicht da.
Jetzt empfunden, jetzt vergessen,
Traf Natur das Auge dessen,
Der im Geist nur Psyche'n sah.

Schranke der Menschheit (21)









Schranke der Menschheit

Das doch nie der Alleslenker
Meiner schwachen Kunst
Mit Götterkraft entgegne!
Dass ich nie ermüde,
Zu den Himmlischen zu flehen!
Das ich nie
Auch mit Worten fehle!

Quellenlied: Nur den Glücklichen entschlüpft (20)









Quellenlied

Nur den Glücklichen entschlüpft
Stund' und Tag mit gleicher Schnelle,
Wie uns dort die Bacheswelle
Blinkend aus den Augen hüpft.

Gedicht: An meine Mutter: O du, in deren holden Armen (19.1)









An meine Mutter

O du, in deren holden Armen
Der erste Morgen mir gelacht,
O, die du mit dem Leben alle warmen
Gefühle mir ins Blut gebracht.

Pilgerlied-Nur Hand in Hand den Weg fortan! (19)










Pilgerlied

Nur Hand in Hand den Weg fortan!
So geht sich's wohl und leicht;
Und anders wird das Kanaan
Des Friedens nie erreicht.

Gedicht: Philosophie der Liebe- Mag, wer will, ergrübeln und erklären (18)









Philosophie der Liebe

Mag, wer will, ergrübeln und erklären
Was das Herzensrätsel, Liebe, sei.
Nennt blind es Sinnenschwärmerei!
Nennt es einen Flug in höh're Sphären!

Nachtgesang des Schiffers (17)









Nachtgesang des Schiffers

Leuchtet heller, all ihr tausend Sterne!
Endlich drückt die Hoffnung mir die Hand.
Aus der weiten mondbeglänzten Ferne
Dämmert dem verschlagnen Schiffer Land.
Gleite, gleite leiser hoher Welle,
Die mein Schiffchen durch das Dunkel trägt,
Dass es nicht in wilder Sturmesschnelle
An des Ufers Klippen schlägt!

Menschliches Dasein (16)









Menschliches Dasein

Was ist der Mensch?
Was ist er nicht?
Wir sind der Traum von einem Schatten,
Nur wenn ein Strahl der Göttligkeit
Des Menschen Sinn erleuchtet,
Dann glänzt sein eignes Dasein auf,
Und um ihn eine Welt.


Friedrich Ludewig Bouterweck 1766- 1828





Männerschönheit (15)









Männerschönheit

Wohl singt und preist, wer singen kann,
Des Weibes Zauberglanz;
Doch gab der Kenner Winkelmann
Nicht ihm den Siegeskranz.

Gedicht Friedrich Bouterweck: Liebe ohne Hoffnung (14)









Liebe ohne Hoffnung

Wer nicht dann noch lieben kann,
Wann die Hoffnungen verwehen,
Schwingt sich zu den Himmelshöhen
Wahre Liebe nie hinan.

Licht und Liebe: Gott sprach: Es werde Licht! (13)









Licht und Liebe

Gott sprach: Es werde Licht!
Und es ward Licht.

Da rollten die Wolkenwogen,
Die dicht mit dumpfer Nacht
Den trüben Himmel umzogen,
Zusammen vor dem Worte Macht;
Und mit des Blitzes Schnelle fuhr
Der erste Strahl
Vom Sternensaal
Herab zur toten Natur.

Lebenslied: Auch des Lebens Bestes schwindet (12)








Lebenslied

Auch des Lebens Bestes schwindet.
Rinne, Träne, nur herab!
Auch die reinste Freude findet
In dem Schlund der Zeit ihr Grab.

Bouterweck 1766- 1828: Irrung der Menschheit (11)









Irrung der Menschheit

Der Sinn des armen Sterblichen
Geht immer in der Irre.
Die Götter geben Gutes uns,
Und Schlimmes unser Wahn.

Ludewig Bouterweck: Der Kirchhof (10)









Der Kirchhof

Wann ich einst, wie sie, entschlummern werde
Die kein Gruß der Morgensonne weckt;
Wann der schmale Hügelchen mit Erde
Meine dunkle Friedenskammer deckt:
Wird dann wohl, wie ich es vorempfinde,
Auf dem dünn begrünten Grabe hier,
Ein Geliebter, nur dem Abendwinde
Hörbar, seufzen: Ach! was war er mir?

Erinnerungsopfer: Göttin mit dem Auferweckerstabe (9)









Erinnerungsopfer

Göttin mit dem Auferweckerstabe!
Heilige! Verschwiegene! Dir allein
Wie ich, dir, Erinnerung am Grabe
Meiner Freuden, Dank und Tränen weihn.

Gedichte: Der Kuss-Ein Kuss von meinem Mädchen (8)









Der Kuss

Ein Kuss von meinem Mädchen
Enthebt mich aller Sorgen.
Er ruft den lichten Morgen
Um Mitternacht hervor.
Da zaubert Lil' und Rose
Aus dürrem Felsenmoose.
Da zaubert mir Paläste
Aus Stroh und Binsenrohr.

Gedicht von F.L.Bouterweck: Der Gruß Ein trauter Gruß ist Goldes wert (7)









Der Gruß

Ein trauter Gruß ist Goldes wert,
Ist mehr, als Wort und Tand.
Er knüpft, wo man noch Wahrheit ehrt,
Der alten Treue Band.

Nimm du mich auf mit allem meinen Träumen (6)









Das Mühlenwäldchen

Nimm du mich auf mit allem meinen Träumen,
Vertrauliches, geliebtes Dämmergrün!
Hier gaukelt hin, Erinnerungs-Fantasien!
Umschwebt den Quell, und flüstert mit dem Bäumen;

Gedicht: An Psyche: Hüllte kein geweihter Schleier (5)









An Psyche

Hüllte kein geweihter Schleier
Deiner Seele Schönheit ein;
Leuchtete kein höh'res Feuer
Aus des Herzens Flammenschein:
Dann in unsern Blumenbanden,
Psyche! Psyche! du und ich,
Bei dem Gott, den wir empfanden,
Psyche, du umarmtest mich.

Bouterweck: An die Muse der Liebe (4)









An die Muse der Liebe

Was singst du mich mit Zaubermelodieen
In neue Schlummer ein?
Die Schuld, die Schuld ist dein,
Wenn nun mich alle Lebensfreuden fliehen.
O, lass den Leidenden mit seinem Schmerz allein!

An die Dämmerung (3)









An die Dämmerung

Hüll' in deinen Schattenmantel,
Freundin Dämmerung, mich ein!
Lass des Tages Bilder fliehen!
In verschwiegnen Phantasieen
Will ich, sinnend, glücklich sein.

Gedicht Bouterweck: An das Leben (2)









An das Leben

Leben, du bist arm an Freuden,
Nur an Schmerzen bist du reich.
Gäben auch die guten Götter
Beides uns im gleichen Maße,
Wäre Beides doch nicht gleich.

Gedichte F.L.Bouterweck: Amors Herrschaft (1)


Volksweise: Du bist mein süßes Schätzchen! (29)









Volksweise

Du bist mein süßes Schätzchen!
Drum schenke ich dir ein Kätzchen
Und Milch dazu, so viel es mag.-
Der spielt mit dir den ganzen Tag.

Übermut- Pst! ein Kobold huscht herein (28)









Übermut

Pst! ein Kobold huscht herein,
Knickst und hopst auf einem Bein,
Putzig, pudelnärrisch, kurrig,
Greisenalt, doch überschnurrig.
Schwapp!da hat er mich am Kopf,
Der verfluchte Wiedehopf!
Zaust die Haare-Nasenstüber!-
Springt nun aufs Gesims hinüber;
Und ums alte Porzellan-
Schwere Not!-ist es getan.
Prasselnd fällt es, ist entzwei-
Doch der Racker-eins, zwei, drei-
Wandelt sich zum süßen Bübchen,
Schelmaug, Rosenbäckchen, Grübchen;
Küsst mich Griesgram tüchtig ab,
Dass die helle Freud ich hab.
Über Tische, Stühle, Bänke,
Gegen Fenster, Türen, Schränke
Tanze ich lachend mit dem Strick;
Scherben klirren-das gibt Glück!
Tür hinaus auf offne Straße!
Just vor aller Leute Nase
Tollen wir, und Schabernack
Spielen wir dem würd'gen Pack.-
Da auf einmal-Schreck und Pein!-
Stellt der Lümmel mir ein Bein,
Und ich fliege in den Dreck.-
Doch der Bengel?-Der ist weg.
Tiefbeschämt hink ich nach Haus.-

Gedicht Heymel: Tanz Vater Faunus bläst die Flöte (27)









Tanz

Vater Faunus bläst die Flöte,
Schlägt den Takt mit seinem Schwänzlein.
Komm! Geh mit zur Frühlingswiese,
Tanz mit mir ein Frühlingstänzlein!

Spätherbst : Da die reife Sonnenblume (26)









Spätherbst

Da die reife Sonnenblume
Sich gen Westen hat gewandt,
Pflückte späte, bunte Astern
Sorgsam wählend meine Hand.

Gedichte Heymel: Sommerfest-In allen Blüten steht mein Garten (24)









Sommerfest

In allen Blüten steht mein Garten,
Der gute Ernte hoffen lässt.
Du sagst: Du könntest kaum erwarten
Dein langgeplantes Sommerfest.

Gedichte A.F.Heymel: Schönster Herbstmorgen (23)









Schönster Herbstmorgen

In Nebel und Nässe zum Rendezvous,
Mit langen Zügeln im Trab,
Verschlafen, verfroren in aller Früh,
Ritt ich Rotrock heut morgen ab.

Schäferlied : Auf unsrer Wiese grünem Samt (22)









Schäferlied

Auf unsrer Wiese grünem Samt-
Von Flämchen hell durchflammt,
Von blauem Enzian,
Sing ich, dein Schäfersmann,
Alle, alle Tage.
Ich forsche, ich frage,
Was dir gefällt.
Du sagst es mir,
Bis alle Welt
Von unsrem Jubel lustig ist,

Gedicht: Rot und weiße Rosen (21)









Rot und weiße Rosen

Wundervolle rote Rosen glühten
Gestern noch an hochgewachsnem Stocke.
Kommt ein kecker Wind zur Nacht geflogen,
Nimmt sie sich zu eigen und fliegt weiter.-
Als heut morgen helles Sonnenlachen
Durch die leichtverhängten Fenster tönte,
Ließ ich träumend dich auf weichen Kissen,
Legte weiche, linde Seidenkleider
Nach dem Bade um die kühlen Glieder.
Stieg hinab die breiten Marmorstufen
Durch die Lorbeerhecken, drin die frohen
Vögel Morgenlieder jubelnd sangen,
Hin zum perlenfeuchten Rosengarten,
Um die jüngste, volle rote Rose
Dir zu brechen, dass du-eben wach erst,
Halb vom morgendlichen Traum noch trunken-
Küsstest deine süße, rote Schwester
Und dann gleich auch mich auf Mund und Augen,
Du, die schönste meiner weißen Rosen.
Doch der kecke Nachtwind, weh, zerzauste
Meine Rosen alle. Ihre Blätter-
Schmählich hingestreut zum feuchten Boden-
Machten, Liebchen, mich so traurig, dass ich
Leidergriffen an dich Weiße dachte,
Die der Liebe heißer Nachtwind tötet.

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Goethe auf meiner Seite

Narr und Mädchen (19)









Narr und Mädchen

1.

Das Mädchen spricht:

Wie sollte ich den stillen Knaben,
Der nie mir einen Kuss geraubt,
So recht von Herzen lieb nicht haben?-

Der Narr spricht:

Doch wär er ein frecher Küssedieb,
Ich glaub, sie hätt' ihn noch mal so lieb.

Gedichte Heymel: Morgenritt : Über morgenbunte Hügel (18)









Morgenritt

Über morgenbunte Hügel
Reit ich in den Tag hinein,
Fröhlich funkeln Sporn und Bügel,
Golden strahlt der Sonnenschein;
Golden strahlen meine Zügel.

Gedicht: Mein Leben: Ich wünsch mir ein bewegtes Sein (17)









Mein Leben

Ich wünsch mir ein bewegtes Sein,
Voll Regen und Sturm und Sonnenschein,
Ein stetiges, rasendes Aufundnieder.
Mein Sinn ist voll Tollheit, Freude und Lieder,
Voll Leidenschaft, voll unendlicher Lust.
Mir tobt eine Wildheit in Kopf und Brust,
Eine lippenschwellende Liebesqual,
Ohn' Lust und Lieb ist das Leben mir schal.
Einen tanzenden, jauchzenden Lustgesang,
Den singe mein Mund mein Leben lang.

Heymel: Lied -Tiefblau die Augen, Grübchen im Kinn (16)









Lied

Tiefblau die Augen, Grübchen im Kinn,
Küssliche Lippen so winzig klein.
Mädel! kommst du mir nie aus dem Sinn?
Lieb' dich noch mehr, als im Goldglas den Wein.

Gedicht: Goldner Tag:Die alte Nacht schlich stumm vorbei (15)


Gedicht: Glück: Fackelglanz und Zimbelschlag (14)


Flucht: Neues Glänzen schien mich an, Lichte brachen in mich ein (13)


Erstes Frühjahr: Nun wähle zärtliche Worte, Dichter (12)


Eislauf: Schlittschuh! Gleitschuh! (11)


Eine Sehnsucht aus der Zeit (10)


Drei Lieder der Prinzessin (9)


Heymel: Die Wanderung (8)


Die Rosenzeit: Die viel besungne Zeit der Rosen (7)


Das Liebesschloss: Der Gott der Liebesraserei (6)


Blütenfall im Frühling (5)


A.W.Heymel: Bildnis: Nun dein Bildnis vor mir stand, wußt ich keinen Rat (4)


Gedicht Heymel: Anemonen (3)


Alfred Walther Heyme: Altweibersommer (2)


Gedichte von Alfred Walther Heymel: Alte Melodie (1)


2017-09-21

Gedicht G.Halem: Weise Freude (23)


Trinklied: Das Leben gleichet der Blume! (22)


Raum und Zeit (21)


Neujahrslied: Stunden zählen, Jahre zählen (20)


Gretels Klage: „O werde meine Braut! (19)


Gerechtigkeit und Frieden (18)


Gedicht: Gebet Allvater Dank! Es hat sich offenbaret (17)


Frühling und Freude (16)


Die Zeit: Den Finger auf dem Mund (15)


Gedicht Halem: Die Weihe des ersten Sohnes (14)


Die Guitarre: Weise lehren: Hoffe und harre! (13)


A,v,Halem: Der Traum (12)


Der schönste Laut (11)


Der Mutter Segen (10)


Vom Kobolt sang die Amme mir (9)


Das Vöglein: Ich kenn' ein Vöglein (8)


Das Veilchen: Crokus und Hepatika (7)


Das Lied vom Glücke (6)


2017-09-18