2013-03-15

Achim von Arnim - Kurzbiographie und Gedichte






geboren:     26.01.1781  Berlin
gestorben:  21.01.1831  Wiepersdorf/Fläming

1793- 1798 

Bei der Großmutter in Berlin und Zernikow/ Besuch des Gymnasiums

1798- 1790 

Studium Rechts-und Naturwissenschaften in Halle/ Ab 1800 Studium in  
Göttingen/ Begegnet Goethe und Brentano

1801-1804  

Bildungsreise durch Europa

1805           

Zusammen mit Brentano "Des Knaben Wunderhorn" 

1807           

Bei Goethe in Weimar. Gemeinsame Weiterreise mit Clemens und Bettina   
von Brentano nach Kassel. 

1808           

Zieht nach Heidelberg/Weitere Bände des Wunderhorns erscheinen

1809           

Lebt in Berlin

1811           

Heiratet Bettina von Arnim/ Das Paar lebt meist getrennt. Er auf seine 
Gut in Wiepersdorf und Bettina in Berlin

1831           

Tod in Wiepersdorf/ Gehirnschlag

Achim von Arnim gilt neben Brentano und Eichendorff als der bedeutendste Vertreter der "Heidelberger Romantik". Die Dichter dieses Kreises wandten sich aus politischen Gründen dem Mittelalter zu und versuchten auf diesem Umweg eine nationale Einheit zu schaffen bzw. zu befördern.
Arnim hat eine große Menge an Dramen, Romanen, Erzählungen usw. geschrieben die zum großen Teil aber vergessen sind bzw. nur noch Literaturhistorische Bedeutung besitzen. Sein Bestes leistete er wohl als Herausgeber und Bearbeiter des Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn". 








Der Mensch ist bald vergessen

Der Mensch ist bald vergessen 

der Mensch vergißt so bald, 
der Mensch hat nichts besessen, 
er sterb´ jung oder alt.



Der Mensch ist bald vergessen,
nur Gott vergißt uns nicht,
hat unser Herz ermessen,
wenn es in Schmerzen bricht.



Wir steigen im Gebete
zu ihm wie aus dem Tod,
sein Hauch, der uns durchwehte,
tat unserm Herzen not.


Ritt im Mondschein

Herz zum Herzen ist nicht weit
Unter lichten Sternen,
Und das Aug´, von Tau geweiht,
Blickt zu lieben Fernen;
Unterm Hufschlag klingt die Welt,
Und die Himmel schweigen,
Zwischen beiden mir gesellt
Will der Mond sich zeigen.

Zeigt sich heut in roter Glut
An dem Erdenrande,
Gleich als ob mit heißem Blut
Er auf Erden lande,
Doch nun flieht er scheu empor,
Glänzt in reinem Lichte,
Und ich scheue mich auch vor
Seinem Angesichte.


Lieben und geliebt zu werden.

Lieben und geliebt zu werden
Ist das einzige auf Erden,
Was ich könnte, was ich möchte,
Was ich dächte,
Daß es mir noch könnte werden,
Lieben und geliebt zu werden.

Lieben und geliebt zu werden
Lehrt ihr mich, ihr muntern Herden,
Wenn gehörnte Böcklein springen,
Muß ich singen:
Lieben und geliebt zu werden
Wünsch ich mir, es wird mir werden.

Lieblich um geliebt zu werden
Treibt des Abends Gold die Herden
Mit dem frohen Sängergruße
Zu dem Flusse;
Könnt' ich meinen Sinn erkühlen,
Auszuströmen, auszufühlen.

Liebend auch geliebt zu werden,
Ach wer trüg' da nicht Beschwerden,
Seht die Stiere scharf sich drängen;
Leichte Gänge!
Streitend möcht' ich für sie sterben,
Für sie leben, sie erwerben.

Liebe, die ich lieben werde,
Ich der glücklichste der Erde,
Und sie muß mir bald begegnen,
Mich zu segnen;
Denn noch nie mit süßerm Schallen
Schmetterten die Nachtigallen.

Liebe tritt mir bald entgegen,
Wie dem Frühling warmer Regen,
Grüne Blätter und von allen
Tropfen fallen:
Und kein Tropfen soll verkommen,
Warum war ich doch beklommen?

Liebend um geliebt zu werden.
Lauscht der Wald dem Tritt von Pferden
Kommt Sie da? Ich hör im Düstern
Vögel flüstern!
Nein, es jagen sich die Füllen,
Kinder lieben nicht im stillen.

Lieb ich um geliebt zu werden,
Still genügen mir Gebärden,
Vor mir leise reden, lachen,
Sie umwachen!
Mein vertrauter Lustgefährte
War' der Traum auf ihrer Fährte.

Liebend um geliebt zu werden
Reis' ich um die grüne Erde;
Ach wo wird der Blick mich finden,
Der mich bindet?
Und an welchem frommen Herde
Bleib ich um geliebt zu werden?

Lieben und geliebt zu werden,
Lieblich Dasein, lieblich Werden,
Heimlich Wesen und verstohlen,
Wo sie holen?
Ach in welchen öden Mauern
Mag sie lauern, mag sie trauern.

Liebend gleich geliebt zu werden,
Letzte Abendröt' beschere,
Löse auf der roten Schleifen
Himmelsstreifen:
Sinkt des Auges helle Wonne,
Mir im Herzen steigt die Sonne.

Wie mein Auge sich verklärte,
Alles flüchtet, was beschwerte,
Wie auf Wiesen Lüftlein zittern
Hell zu flittern:
Flitterwoche wird mein Leben;
Wird dann hell in Nacht verschweben.

Liebend so geliebt zu werden,
Ach zu arm ist diese Erde,
In die Lüfte muß ich küssen,
Sie zu grüßen:
Nur der Überfluß der Sterne
Gibt mir Zeichen aus der Ferne.

Liebend wieder g'liebt zu werden,
Lieget ruhig, liebe Herden,
Laßt euch nicht im Schlafe stören,
Mich zu hören!
Hört, ich muß nur Luft mir machen,
Singend in das Feuer sehn und wachen.


Der Kirschbaum

Der Kirschbaum blüht, ich sitze da im Stillen,
Die Blüte sinkt und mag die Lippen füllen,
Auch sinkt der Mond schon in der Erde Schoß
Und schien so munter, schien so rot und groß;
Die Sterne blinken zweifelhaft im Blauen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de