2013-06-11

Dichter des Barock- Martin Opitz- Biografie-Lesepoben




geboren: 23.12.1597 in Bunzlau

gestorben: 20.08.1639 in Danzig




1597
Martin Opitz wird in Bunzlau/Schlesien geboren
1605
Gynasium in seiner Vaterstadt
1617–1618
Gymnasium in Beuthen/an der Oder dann an die Frankfurter Universität Viadrina.
1619
Studium in Heidelberg - Jura, Rehtswissenschaft
1620
Hauslehrer in den Niederlanden
1622
Literaturlehramt am Gymnasium zu Weißenburg/Siebenbürgen
1626
Opitz tritt in die Dienste des Burggrafen Carl Hannibal I. von Dohna
1628
14. September: Opitz wird durch Kaiser Ferdinand in den Adelsstand erhoben.
1630
Reise mit seinen Dienstherrn nach Paris
1633
Tod des Dienstherrn. Dienst bei den Herzögen von Liegnitz und Brieg.
1636
Begleitet den polnischen König Wladislaw IV. nach Danzig und tritt in dessen Dienst ein. Geschichtsschreiber in Danzig.
1639
Stirbt an der Pest in Danzig.


Werke (Auswahl)

Zlatna oder von der Ruhe des Gemüths (1623)

Buch von der Deutschen Poeterey (1624) allgemeine Poetik
Buch von der Deutschen Poeterey (1624) Dramatik
Buch von der Deutschen Poeterey (1624) Lyrik
Salomons Hohes Lied 1624
Acht Bücher Deutscher Poematum (1625)
Trostgedichte in Widerwärtigkeiten des Kriegs (1633)


Martin Opitz wurde am 23.12 1597 in Bunzlau geboren und gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dichter des Barocks. Nach Studienaufenthalt in Heidelberg ging Opitz 1620 in die Niederlanden um den Krieg in Deutschland zu entfliehen. Dieser Aufenthalt war von großer Bedeutung für die zukünftige Tätigkeit als Dichter, lernte doch Opitz hier, die modernen Auffassungen der Dichtkunst kennen. Neue Versarten begeisterten ihn und seine Zeitgenossen und Opitz war einer der deutschen Dichter der diese neuen Auffassungen in sein Werk einfließen ließ.

In seinen Hauptwerk " Buch von der Deutschen Poeterey" schuf er die Grundlagen für eine eigenständige deutsche Dichtung die sich in Metrik und Form nicht nach antiken Versmaßen richtete. Das Buch wurde bis hin zu Klopstock zu einer Richtlinie in der deutschen Lyrik. Durch die Verslehre von Opitz wurd es möglich das alle Dichter eine einheitliche Dichtersprache benutzen was für die Durchsetzung der deutschen Sprache in  der Dichtkunst nicht unerheblich war. 

Opitz diente als Dichter verschiedenen Fürsten und war zuletzt als Diplomat für Schlesien tätig. Gleichzeitig war er schwedischer Agent und flüchtete deswegen nach den Frieden von Prag in das polnische Thorn. Opitz starb 1639 an der Pest in Danzig.

Der bleibende Verdienst des Dichters ist die Einführung eines neuen Verslehre womit er zu einem Reformer der deutschen Dichtkunst wurde. Zahlreiche Zeitgenossen und spätere Dichter wurden vom seinem Werk angeregt und schöpften aus der Verlehre von Opitz, die es ermöglichte für die deutsche Dichtung neue Versarten zu nutzen, und die Lyrik entscheidend in Form und Motiv zu erweitern.

Opitz schrieb zahlreiche Bücher und unter seinen lyrischen Werken sind insbesondere die Gedicht-Sammlung "Salomons Hohes Lied" und die "Klagelieder" zu nennen.


Leseproben

Ach liebste laß uns eilen

Ach Liebste laß uns eilen
Wir haben Zeit: 
Es schadet das verweilen 
Uns beyderseit. 

Der Edlen Schönheit Gaben 
Fliehen fuß für fuß: 
Daß alles was wir haben 
Verschwinden muß.

Der Wangen Ziehr verbleichet
Das Haar wird greiß 
Der Augen Fewer (Feuer) weichet 
Die Brunst wird Eiß. 

Das Mündlein von Corallen 
Wird umgestalt 
Die Händ' als Schnee verfallen 
Und du wirst alt. 

Drumb laß uns jetzt geniessen 
Der Jugend Frucht 
Eh' wir folgen müssen 
Der Jahre Flucht. 

Wo du dich selber liebest 
So liebe mich 
Gieb mir das wann du giebest 
Verlier auch ich.



Jetzund kömpt die Nacht herbey

Jetzund kömpt die Nacht herbey
Vieh und Menschen werden frey
Die gewüntschte Ruh geht an; 
Meine Sorge kömpt heran. 
Schöne gläntzt der Mondenschein; 
Vnd die Gülden Sternelein; 
Froh ist alles weit vnd breit 
Ich nur bin in Trawrigkeit. 
Zweene mangeln überall 
An der schönen Sternen Zahl; 
Diese Sternen die ich meyn' 
Ist der Liebsten Augenschein. 
Nach dem Monden frag' ich nicht 
Tunckel ist der Sternen Liecht; 
Weil sich von mir weggewendt 
Asteris mein Firmament. 
Wann sich aber neigt zu mir 
Dieser meiner Sonnen Ziehr 
Acht' ich es das beste seyn 
Daß kein Stern noch Monde schein.



Ich empfinde fast ein Grauen



Ich empfinde fast ein Grauen,
Daß ich, Plato, für und für
Bin gesessen über dir;
Es ist Zeit hinaus zu schauen
Und sich bey den frischen Quellen
In dem Grünen zu ergehn,
Wo die schönen Blumen stehn,
Und die Fischer Netze stellen.

Wozu dienet das Studieren
Als zu lauter Ungemach?
Unterdessen läuft der Bach
Unsers Lebens, das wir führen,
Ehe wir es inne werden
Auff sein letztes Ende hin;
Dann kömpt ohne Geist und Sinn
Dieses alles in die Erden.

Holla, Junger, geh und frage,
Wo der beste Trunck mag seyn,
Nimb den Krug und fülle Wein!
Alles Trauern, Leid und Klage,
Wie wir Menschen täglich haben,
Eh' uns Clotho fort gerafft,
Will ich in den süßen Saft,
Den die Traube gibt, vergraben.

Kauffe gleichfals auch Melonen
Und vergieß deß Zuckers nicht;
Schaue nur, daß nichts gebricht.
Jener mag der Heller schonen,
Der bey seinem Gold und Schätzen
Tolle sich zu krenken pflegt
Und nicht satt zu Bette legt;
Ich will, weil ich kann, mich letzen.

Bitte, meine guten Brüder,
Auf die Musik und ein Glaß!
Kein Ding schickt sich, dünkt mich, baß,
Als gut Trank und gute Lieder.
Lass' ich gleich nicht viel zu erben,
Ey, so hab' ich edlen Wein;
Wil mit andern lustig seyn,
Wann ich gleich alleine sterben.


Beginn des Buches von der "Deutschen Poeterey":

EHrenveste / Wolweise / Wolbenambte vnd Wolgelehrte in sonders günstige HErren /
Was bißanhero von einem vnnd dem andern / auch vornemen Leuten / zum offteren an mich ist begehret worden / das ich nemlich von vnserer Deutschen Poeterey / derselben art vnd zuegehör / etwas richtiges auffsetzen möchte / habe ich vorwichene tage zue wercke gebracht. Zwar erstlich / solchem ehrlichen begehren wie billich zue verhengen : nachmals aber / die jenigen vor derer augen diese vorneme wissenschafft ein grewel ist zue wiederlegen / vnd die / so sie als ein leichte ding vor handen zue nemen vnbedacht sich vnterstehen / ab zue halten / die gelehrten aber vnd von natur hierzue geartete gemüter auff zue wecken / mir / der ich dißfals bey weitem nicht genung bin / die hand zue bitten / vnd den weg so ich allbereit vmb etwas eröffnet vollendts zu bähnen. Weitleufftiger vnd eigentlicher zue schreiben hat mich nicht allein die enge der zeit / sondern auch sonsten allerley vngelegenheit verhindert / die mir von denen zuegefüget wird / welche / wann es bey jhnen stünde / wünschen wolten / das auch das gedächtniß der Poeterey vnnd aller gutten Künste vertilget vnd außgerottet würde...........................





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