2013-08-06

Literaturepoche Aufklärung- Die Überwindung der Ästhetik von J.C.Gottsched Teil 2






Gottsched
Halten wir fest: Nach der Phase des Versuches der Überwindung der höfischen- barocken Dichtung deren Wegbereiter wir unter den bisher behandelten Dichtern kennengelernt haben, trat die Literatur der Aufklärung mit Gottsched in eine neue Etappe die man eventuell als Zeit der Festigung des bisher erreichten bezeichnen könnte. Gottsched der die entscheidenden Anstöße gab, hatte in einer Reihe trockener und auf reine Vernunft aufgebauten theoretischen Werke versucht richtungsgebend für die deutsche Literatur zu wirken. Allerdings waren seine starren Regeln und seine Pedanterie letztlich hinderlich für die Durchsetzung einer bürgerlichen Literatur.
Gottsched Haltung führte zu einem literaturtheoretischen Streit mit den beiden Schweizer Kunsttheoretikern Bodmer und Breitinger die entgegen der Auffassung Gottsched, der Phantasie und dem Gemüt einen breiten Raum in der Dichtung gaben. Aber bei aller Kritik an Gottsched und seinem "Jüngern" lassen sich doch auch für die Zeit von 1720 bis 1750 Fortschritte erkennen. So wurde die deutsche höfische Literatur im wesentlichen überwunden und die Literatur auf ein Diesseits ausgerichtet. Die Themen der Literatur beinhalteten die Belange des Bürgertums und versuchen im Sinne der Aufklärung erzieherisch tätig zu werden. Bereits vergessene Literaturgenres wurden neu entdeckt und bereits Vorhandenes weiter entwickelt.

Wenn man Gottsched als "Anreger" versteht wird man seiner Rolle für die deutsche Literatur wahrscheinlich gerecht, und auch die Dichter die sich ablehnend über ihn äußern haben Impulse von Gottscheds Wirken empfangen.


Gellert
Die Abkehr und Überwindung der starren  ästhetischen Regeln Gottscheds war notwendig geworden da der Dichter dem literarischen Fortschritt nicht mehr folgen konnte und ein Hindernis für die weitere Entwicklung der Literatur der Aufklärung geworden war. In den 1740er Jahren erschienen in einigen lokalen Dichterkreise literaturtheoretische Schriften die die Entwicklung weiter vorantrieben. In diesen Schriften und den Werken dieser Dichter wurde das bürgerlichen Menschenbild der Aufklärung gefestigt und ganz zum Gegensatz zu Gottsched, sprachen sie sich für die Darstellung eines intensivieren Gefühlsleben in der Dichtung aus.
Stellvertretend für diese Gruppierungen sei der Kreis  um C.F.Gellert genannt. In Bremen erschienen in einem Journal die sogenannten "Neuen Beiträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes". Die in der Literaturgeschichte als "Bremer Beiträge" bekannt gewordenen Artikel, hatten das bereits erwähnte Ziel Gottscheds Regeln zu überwinden. Die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe waren Gellert, J.E.Schlegel und W.Zachariä.

Von diesen Gruppen und Dichtern führt ein direkter Weg zu Kloppstock und Lessing, wobei insbesondere Lessing Werke schuf, die ein hervorragender Beitrag zur Entstehung einer deutschen Nationalliteratur gewesen sind.


Lesen Sie auch:

Lyrik d. Aufklärung Teil 1- Begriffsbestimmung, Ausgangssituation u. Überwindung der höfische Dichtung

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