2015-09-26

Luise von Göchhausen- Biografie



Luise von Göchhausen (eigentlich Luise Ernestine Christiane Juliane von Göchhausen; 


13. Februar 1752 in Eisenach;  † 7. September 1807 in Weimar) 

war Erste Hofdame der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Luise von Göchhausen war von Kind auf klein und bucklig und hatte kaum Chancen, eine standesgemäße Verbindung einzugehen. Darum war sie glücklich, dankbar und treu ergeben, 1783 in den Kreis der Hofdamen in Weimar aufgenommen zu werden. Die Herzogin schätzte sie sehr wegen ihres Humors, ihrer Klugheit und ihrer Schlagfertigkeit. Sie konnte aber auch mitunter boshaft sein. Obwohl häufig Opfer von Streichen im Freundeskreis, war sie nicht nachtragend.


Carl August, der junge Herzog, – so erzählt man sich – ließ einmal den Eingang zu ihrer Wohnung bei Einbruch der Dunkelheit vermauern. Erschrocken soll Luise von Göchhausen die halbe Nacht durch die Gänge geirrt sein …Zu Goethe hatte Luise von Göchhausen rasch ein gutes Verhältnis. Er bediente sich oft ihrer „mobilen Feder“. Sie fertigte die Abschriften des Tiefurter Journals aus dem literarischen Zirkel der Herzogin und des sogenannten Urfausts an. Goethe überließ ihr nach seinen Vorleseabenden mehrfach Manuskripte zur Abschrift. Darunter waren unter anderem auch die ersten Szenen der Faust-Dichtung, die er in einem Anfall wie so manches vernichtete. Somit galten sie als verschollen. Goethe ließ sich von der Göchhausen die briefliche Anrede Liebster aller Geheimen Räthe! gefallen. Am 17. Oktober 1790 schreibt Goethe aus Weimar an Knebel: Die Herzogin-Mutter ist schon seit einem Jahr mit der Göchhausen radikaliter broulliert [entzweit], es ist nicht möglich, daß sich das Verhältniß wieder herstelle; die Herzogin wünscht sie je eher je lieber loszuwerden.

1780 bezog Herzogin Anna Amalia mit zwei Dienern das Obergeschoss des Tiefurter Schlosses. Ihre Hofdame Luise von Göchhausen wurde im Nebengebäude untergebracht. Während Napoléon auch das Weimarer Herzogtum bedrohte und besetzte, gingen die Herzogin und ihre Erste Hofdame für kurze Zeit ins Exil. Luise von Göchhausen starb nur fünf Monate nach dem Tod ihrer Herzogin.

1887 wurden die von Luise von Göchhausen abgeschriebenen Szenen des Faustes, die man längst verschollen glaubte, in ihrem Nachlass gefunden. In der Freude über diesen Fund gab man den Szenen die Bezeichnung Urfaust, die sich - wenn auch umstritten - bis heute gehalten hat.





Auszug aus der Biographie der L.V.Göchhausen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Freie Dokumentation lt. GNU-Lizenz
Eine Autorenliste ist auf Wikipedia verfügbar

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