2015-10-05

Johann Caspar Lavater- Biographie




Johann Caspar (auch, besonders später: Kaspar) Lavater (* 15. November 1741 in Zürich; † 2. Januar 1801 ebenda) 

war ein reformierter Pfarrer, Philosoph und Schriftsteller aus der Schweiz in der Zeit der Aufklärung.

Leben

Lavater wurde 1741 als Sohn eines Arztes im elterlichen in Zürich geboren. Er besuchte zuerst die Deutsche Schule, dann die Lateinschule, ab 1754 das Collegium Humanitatis und von 1756 bis 1762 das Collegium Carolinum in Zürich.

1763 unternahm Lavater zusammen mit dem befreundeten Johann Heinrich Füssli eine Bildungsreise nach Norddeutschland, um sich bei dem aufgeklärten Reformtheologen Johann Joachim Spalding in Barth in Schwedisch-Pommern weiter für das geistliche Amt auszubilden. Auf der Reise dorthin über Berlin wurde er mit vielen bedeutenden Männern seiner Zeit (darunter Christian Fürchtegott Gellert, Moses Mendelssohn, Friedrich Gottlieb Klopstock) bekannt. In Barth, wo er acht Monate zubrachte, begann er seine schriftstellerische Laufbahn zunächst mit kritischen Arbeiten.

Nach seiner Rückkehr nach Zürich (1764) gründete Lavater verschiedene Gesellschaften und gab erste wichtige Texte heraus. 1769 wurde er Diakon, 1775 Pfarrer an der Waisenhauskirche, 1778 Diakon und 1786 Pfarrer an der St. Peterskirche in Zürich.

1774 lernte er auf einer Rheinreise, die weitgehend auf einer Lauertanne stattfand, unter anderen Johann Wolfgang von Goethe, Johann Bernhard Basedow und Johann Gerhard Hasenkamp kennen. Goethe schrieb über ein Essen mit Lavater und Basedow einen kleinen Vers, der zum geflügelten Wort wurde:„Prophete rechts, Prophete links, das Weltkind in der Mitten“. Begleitet wurde er von dem aus Ludwigsburg stammenden Zeichner und Kupferstecher Georg Friedrich Schmoll, der nach der Rückkehr viele der auf der Reise angefertigten Portraits für die Physiognomischen Fragmente in Kupfer stach.

Die letzten Jahre seines Lebens wurden zu einem großen Teil durch die politischen Ereignisse bestimmt. Da Lavater sich kritisch über die Auswirkungen der Französischen Revolution äußerte und auch den Einmarsch der französischen Truppen in die Schweiz stark kritisierte, kam er bei der helvetischen Regierung in den Verdacht eines Einverständnisses mit Russland und Österreich. Am 16. Mai 1799 wurde er verhaftet und nach Basel verschleppt. Am 10. Juni wurde er freigelassen und kehrte nach Zürich zurück. Als er bei der Eroberung der Stadt durch André Masséna am 26. September gleichen Jahres den verwundeten Soldaten auf der Straße Hilfe leistete, wurde er von einer feindlichen Kugel getroffen. 15 Monate später starb er an den Folgen der dabei erlittenen Verletzungen. Sein Schwiegersohn Georg Geßnerveröffentlichte im auf Lavaters Tod folgenden Jahr eine dreibändige Biographie.


Werk und Bedeutung

Lavater wurde durch seine Physiognomischen Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe (4 Bände, 1775–78) bekannt, in denen er Anleitung gab, verschiedene Charaktere anhand der Gesichtszüge und Körperformen zu erkennen.

Daneben verfasste Lavater die Schweizerlieder (1767), das in vier Bänden erschienene Werk Aussichten in die Ewigkeit (1768–1773/78), das Geheime Tagebuch. Von einem Beobachter Seiner Selbst und die Unveränderten Fragmente aus dem Tagebuche eines Beobachters seiner Selbst, verschiedene theologische, pädagogische und patriotische Werke sowie den Pontius Pilatus (1782–1785) und den Nathanaél (1786). Weiter wurde er auch wegen seiner zahlreich publizierten Predigten bekannt und der diversen religiös geprägten epische Dichtungen wie Jesus Messias, oder die Zukunft des Herrn (1780) und Joseph von Arimathea (1794) sowie des religiösen Dramas Abraham und Isaak (1776).





Auszug aus der Biographie des J.C.Lavater aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Freie Dokumentation lt. GNU-Lizenz
Eine Autorenliste ist auf Wikipedia verfügbar


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