2015-10-06

Karl Ludwig von Knebel-Biographie



Karl (auch: Carl) Ludwig von Knebel * 30. November 1744 auf Schloss Wallerstein bei Nördlingen; † 23. Februar 1834 in Jena

war ein deutscher Lyriker und Übersetzer, sowie der „Urfreund“ von Johann Wolfgang Goethe.

Nach der humanistischen Schulbildung in Nördlingen begann Knebel 1764 in Halle ein Jurastudium, das er jedoch bald abbrach. 1765 wurde er im Regiment des Prinzen von Preußen Offizier. In dieser Zeit übersetzte er römische Klassiker und unternahm erste eigene dichterische Versuche.

1773 beendete er seinen militärischen Dienst und reiste nach Weimar zu Wieland. Dort wurde er 1774 von Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach als Erzieher des Prinzen Constantin und als Hofmeister eingestellt. Er hielt sich mit seinem Zögling in Tiefurt auf, wo er den Grundstein zu ersten Anlagen des bekannten Parkes legte und am Tieffurter Journal mitarbeitete.

Als Goethe nach Weimar übersiedelte, wurde Knebel dessen engster Freund („Urfreund“). 1780 gab er sein Erzieheramt auf.

Im Jahr 1785 begleitete er Goethe auf seiner Reise von Weimar nach Karlsbad. Das von Knebel geführte Tagebuch verzeichnet gemeinsame Beobachtungen zur Geologie in Ostthüringen, in deren Rahmen sich beide besonders für vermeintlich basaltische Gesteine interessierten, die Goethe schon als Pflasterstein in Neustadt an der Orla aufgefallen waren. Daraufhin untersuchte Knebel die ihm von Goethe benannten Aufschlüsse bei Neunhofen nach Ausdehnung und Erscheinungsformen. Goethe ging von seiner Vermutung, es seien „Basalte“, wieder ab und hielt die dichten schwarzen Gesteine für Tonschiefer. Später wurden sie jedoch als Grauwacken identifiziert, die in Wechsellagerung mit Tonschiefern liegen. Auf ihrer weiterführenden Reise nach Hof und Wunsiedel sammelten beide weitere Beobachtungen im Thüringischen Schiefergebirge, wobei sie keine Indizien für ein vermutetes „basaltisches Gebirge“ fanden. Knebel und Goethe leisteten auf diesem Wege einen frühen Beitrag zur geologischen Erkundung dieser Region.


Bedeutung

Die Weimarer Klassik ist ohne Karl Ludwig von Knebel nicht zu denken: Der einfühlsame Denker und hochbegabte Kopf war nicht nur Goethe, sondern auch Johann Gottfried Herder ein unersetzlicher Begleiter. Mit seiner Fähigkeit, sich in die Werke seiner Freunde hineinzudenken und daran Anteil zu nehmen, hat er auch Einfluss auf die Entstehung ihrer Schriften genommen: „Man darf seine Stellung für den deutschen Idealismus nicht unterschätzen“, sagt Knebels erster Biograf, Hellmuth Freiherrn von Maltzahn, „sind es doch gerade die aufnehmenden und weitergebenden Geister, die erst wahrhaft eine Kultur schaffen, und ohne die die Anreger und Schöpfer vergeblich wirken würden“.  Es ist ganz gewiss auch bedeutsam, dass sich ein gemaltes Porträt von Knebel auch im Rokokosaal der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek befindet. Nicht zufällig befindet es sich unter dem bekannten Bild von Johann Joseph Schmeller, wo Goethe seinem Schreiber John einen Text diktiert. Die Beziehung Goethes zu seinem „Urfreund“ wird auch damit angedeutet.





Auszug aus der Biographie des K.L. von Knebel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Freie Dokumentation lt. GNU-Lizenz
Eine Autorenliste ist auf Wikipedia verfügbar

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