2015-12-31

W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen... 20.07.1795 Friederike Brun in ihrem Tagebuch (646)



20. Juli

Karlsbad. Friderike Brun in ihrem Tagebuch

Ganz öffnete er mir sein Herz und ließ mich in seine Verhältnisse blicken. Dieser außerordentliche Mensch konnte freilich nicht auf gewöhnliche Weise sein viel forderndes Herz und seinen ungestümen Sinn befriedigen. Innig erfreu ich mich, ihn häuslich glücklich zu wissen, als guten, zärtlichen Vater. Seine Kinderliebe ist charakteristisch. Die meinigen hängen mit Leidenschaft an ihm, und ich würde ihm mit Freuden ein Mädchen anvertrauen. Denn seine Überzeugung über weibliche Bestimmung und weibliche Würde ist äußerst edel und zart.

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