2017-09-07

Alfred Walther Heymel- Biographie- Leben und Werk


Alfred Walter Heymel (* 6. März 1878 in Dresden; † 26. November 1914 in Berlin; eigentlich Walter Hayes Misch) war ein deutscher Schriftsteller und Verleger, der auch unter den Pseudonymen Spectator Germanicus und Alfred Demel veröffentlichte. Heymel wurde 1907 in den bayerischen Adelsstand erhoben. Er trat vor allem als Lyriker hervor und gehörte zu den Herausgebern der bibliophilen Zeitschrift Die Insel.

Heymel wurde als kleines Kind von dem Bremer Großkaufmann und Konsul Adolph Heymel adoptiert; nach dessen Tod lebte er bei seinem Vormund, dem Juristen Gustav Nagel in Bremen, wo er mit seinem Vetter Rudolf Alexander Schröder eine lebenslange Freundschaft schloss. Ihm folgte Heymel 1898 nach bestandenem Abitur auch nach München zum Jurastudium, wo er als Schriftsteller und Lyriker hervortrat. Zu seiner Übersetzung von Christopher Marlowes Eduard II. (1912) schrieb Hugo von Hofmannsthal, mit dem er in regem Briefkontakt stand, die Einleitung.

Heymel erbte das Millionenvermögen seines Adoptivvaters und verkehrte als Mäzen in den Künstlerkreisen um Schröder und Otto Julius Bierbaum, mit denen er als verantwortlicher Redakteur seit 1899 die ästhetisch-belletristische Zeitschrift Die Insel herausgab. Aus ihr ging der gleichnamige bibliophile Insel Verlag hervor (Leipzig 1901). 1900 zog Heymel in München in das Haus Leopoldstraße 4 ein, dessen Inneneinrichtung durch die Architekten Martin Dülfer und Paul Ludwig Troost unter der künstlerischen Leitung von Rudolf Alexander Schröder und der Mitarbeit von Heinrich Vogeler, der für den Inselverlag auch Bücher illustrierte, aufwändig neu hergestellt wurde und in die der wohlhabende Lebemann und Rennstallbesitzer, der zeitlebens ein großer Pferdenarr war, zu exklusiven Abendgesellschaften einlud.

1904 ging Heymel zurück nach Bremen. Er erwarb ein Haus an der Riensberger Straße in Horn, das er von Rudolf Alexander Schröder einrichten ließ. In seinem Landhaus fanden viele Treffen der Künstlervereinigung Goldene Wolke statt. Als Sammler und Kunstförderer entfaltete er eine bedeutende Tätigkeit. So unterstützte er u. a. den Literaten Paul Scheerbart und finanzierte zahlreiche Ankäufe Gustav Paulis für die Kunsthalle Bremen. 1904 heiratete Heymel Gitta von Kühlmann, die Schwester des späteren Staatssekretärs des Äußeren, Richard von Kühlmann. Heymel übernahm fortan die geschäftlichen Verpflichtungen der Familie selbst und verlor, da er wirtschaftlich sehr unerfahren war, einen bedeutenden Teil seines Vermögens.


Am 2. Juni 1907 wurde Heymel von Prinzregent Luitpold geadelt. Von dem Adelsprädikat hat er aber keinen Gebrauch gemacht. Er unternahm zahlreiche Weltreisen, so 1908/09 bzw. 1910 in die USA sowie 1912 bzw. 1913 nach Afrika; über seine Eindrücke berichtete er in den Süddeutschen Monatsheften. In den Jahren 1909 und 1910 verantwortete er in München die Bildredaktion für die von Carl Sternheim und Franz Blei herausgegebene und im Hans von Weber Verlag aufgelegte Zeitschrift Hyperion. 1910 zog er wieder nach München. Das folgende Jahr stürzte ihn in eine private, berufliche und wirtschaftliche Krise – Heymel fand nicht die von ihm gewünschte gesellschaftliche Anerkennung. 1912 zog er nach Berlin.

Obwohl 1913 an Tuberkulose erkrankt, war Heymel als Oberleutnant der Reserve bei den Oldenburger Dragonern 1914 Teilnehmer am Ersten Weltkrieg. Der Autor und Verleger starb am 26. November 1914 in Berlin. Er liegt auf dem Friedhof Riensberg in Bremen begraben.





Auszug aus der Biographie des A.W.Heymel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Freie Dokumentation lt. GNU-Lizenz


Eine Autorenliste ist auf Wikipedia verfügbar

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