2017-09-01

Biografie Karl Wilhelm Ramler- Leben und Werk



Karl Wilhelm Ramler (* 25. Februar 1725 in Kolberg; † 11. April 1798 in Berlin), genannt der deutsche Horaz, war ein deutscher Dichter und Philosoph, der der Aufklärung wie auch der Empfindsamkeit zugerechnet wird.

Ramler war der Sohn des Steuerinspektors Wilhelm Nikolaus Ramler und dessen Ehefrau Elisabeth Stieg. Nach dem Schulbesuch in seiner Heimatstadt und in Stettin kam Ramler 1738 an die Lehranstalt der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale). Anschließend begann er 1742 an der Universität HalleTheologie zu studieren. Drei Jahre später wechselte er nach Berlin, um Medizin zu studieren. Da er sich eigentlich den schönen Wissenschaftenverpflichtet fühlte, gab Ramler auch dieses Studium auf. Bestärkt in diesem Entschluss hatte ihn Johann Wilhelm Ludwig Gleim, den er in Berlin kennengelernt hatte. Gleim konnte Ramler u.a. eine Anstellung als Hauslehrer auf der Domäne Lähme bei Werneuchen verschaffen, sodass Ramlers Lebensunterhalt fürs Erste gesichert war.

1747 ließ sich Ramler wieder in Berlin nieder und wurde 1748 als Dozent für Philosophie an die dortige Kadettenanstalt berufen und später mit dem Titel eines a.o.Prof. geehrt. Dieses Amt hatte Ramler bis 1790 inne. Dort in Berlin machte er bald die Bekanntschaft von Moses Mendelssohn und Friedrich Nicolai, die ihm die Aufklärung näherbrachten und wie Ramler dem angesehenen Montagsclub angehörten. Zwischen 1750 und 1751 publizierte Ramler zusammen mit Johann Georg Sulzer seine Critischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit. Befreundet war Ramler u.a. mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Ewald Christian von Kleist und Gotthold Ephraim Lessing.

In Ramlers literarischem Schaffen nimmt die Lyrik einen großen Teil ein. Der preußische König Friedrich der Große wurde von Ramler in mehreren Oden besungen, zollte dem Lyriker aber keinerlei Aufmerksamkeit. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. berief ihn noch im Krönungsjahr 1786 in den Rat der Akademie der Wissenschaften und setzte ihm eine Pension von 800 Talern aus. Auf Wunsch des Königs wurde Ramler 1790 die Direktion des Nationaltheaters übertragen. Diese Stellung hatte er bis kurz vor seinem Tod inne.

Im Alter von 73 Jahren starb Karl Wilhelm Ramler am 11. April 1798 in Berlin. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem dortigen alten Sophienkirchhof (Erinnerungstafel an der Sophienkirche).

Einige von Ramlers Gedichten wurden von Musikern wie Carl Heinrich Graun, Johann Joachim Quantz, Carl Philipp Emanuel Bach und Georg Philipp Telemann vertont. Neben seiner - noch heute interessanten - Tätigkeit als Literaturkritiker machte sich Ramler auch als Literaturübersetzer einen Namen. Er übersetzte Werke von Catull, Horaz und Martial und wandte dabei immer die Prinzipien der Ästhetik an, die er von dem französischen Ästhetiker Charles Batteux übernommen hatte. Diese verlangten als Grundprinzip der Lyrik die exakte Nachahmung der Natur. Seine mehrbändige Ausgabe von Martial beinhaltete die erste fast komplette Ausgabe aller Werke des Dichters, im ersten Band versammelte er auch viele von Martin Opitz übersetzte Gedichte, die er bearbeitet hatte. Am Ende fehlten etwa 15 % der Werke, die Ramler mit Absicht aufgrund des anstößigen Charakters wegließ.





Auszug aus der Biographie des K.W.Ramler aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Freie Dokumentation lt. GNU-Lizenz

Eine Autorenliste ist auf Wikipedia verfügbar

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